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Bald in neuem Glanz

Das Auditorium Maximum der Albert-Ludwigs-Universität wird saniert und erhält Tageslicht

Freiburg, 06.06.2002

Nach einer intensiven Sanierungsphase wird das Auditorium Maximum der Albert-Ludwigs-Universität im Kollegiengebäude (KG) II, Universitätszentrum, mit seinen 800 Sitzplätzen ab Mitte Juli 2002 wieder in neuem Glanz für den Lehr-, Examens- und Veranstaltungsbetrieb zur Verfügung stehen. Im Zuge der umfangreichen Renovierungsarbeiten, die Anfang Oktober letzten Jahres begannen und insgesamt 1,5 Millionen Euro kosteten, wurde nicht nur eine vollständige technische Erneuerung sowie eine Verbesserung des Brandschutzes ins Auge gefasst, sondern auch eine Saalausleuchtung mit Tageslicht realisiert. Dazu erhielt das "Audimax" Glasfelder an der Nordfassade zur Bertoldstraße und neun Lichtkuppeln in der Decke.

Im Rahmen eines Rundgangs für Pressevertreter am Donnerstag, den 06. Juni 2002, erläuterten der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger, sowie der Leiter des Universitätsbauamtes, Leitender Baudirektor Eckard Bull, und der verantwortliche Architekt, Michael Kaelble von dem Freiburger Architekturbüro Schäfer-Theissen-Kaelble, das neue Raumkonzept und informierten über die Fortschritte bei den Sanierungsarbeiten.

Nach 40 Jahren ununterbrochener Betriebsdauer war es soweit, das Auditorium Maximum der Universität war zum Sanierungsfall geworden. Wie das gesamte KG II ist das Audimax ein "Kind" der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg: Das alte Kollegiengebäude wurde bei dem großen Bombenangriff am 27. November 1944 durch mehrere Sprengbomentreffer schwer beschädigt. Der Wiederaufbau des Gebäudes unmittelbar nach dem Krieg erfolgte anfänglich unter großen finanziellen Schwierigkeiten und unter eklatanter Materialknappheit. Die stetig zunehmende Zahl von Studierenden machte schließlich Überlegungen erforderlich, ein neues großes Kollegiengebäude an gleicher Stelle im Universitätszentrum zu errichten. In zähen Verhandlungen konnte zur Abrundung des so genannten inneren Bezirks der Universität dann das Trümmergelände zwischen der "Alten Universität" in der Bertoldstraße und dem Kollegiengebäude (KG) I am Werthmannplatz erworben werden.

Ab 1950 wurde ein bundesweiter Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben, um für die städtebaulich dominante Lage eine optimale Lösung zu finden. Den Wettbewerb gewann damals der Karlsruher Architetekur-Professor O.E. Schweizer, der im Juni 1955 als Sieger feststand. Die Grundsteinlegung erfolgte zwei Jahre später, im Juni 1957, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Alberto Ludoviciana durch den damaligen Bundespräsidenten Heuss.

Im Jahre 1961 konnte schließlich durch den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Karl-Georg Kiesinger, die Einweihung des Gebäudes erfolgen, das eine Mischung aus nüchterner Eleganz, subtilen Details und immer wieder überraschenden Raumeindrücken und Raumfolgen darstellt.

Bei den Recherchen in den Archiven fanden die Planer der jetzt durchgeführten Sanierungsarbeiten deutliche Hinweise, dass bereits bei der ursprünglichen Konzeption der Einfall von Tageslicht in das Herzstück des Gebäudes, das Audimax, geplant war. Da dies im Endausbau nicht realisiert wurde, vermutet man, dass wohl Kostengründe dazu geführt haben müssen, den Raum ohne Tageslicht zu realisieren. Die Folge war, dass insgesamt 1.200 Leuchtröhren eingebaut wurden, die nach heutigen Maßstäben jährlich 8.400 Euro an Energiekosten verschlangen. Indem nun sowohl durch die neuen Lichtkuppeln in der Lamellendecke als auch von der Nordseite, der Bertoldstraße her Tageslicht in den Raum einfallen kann, ist es möglich die Energiekosten für das Audimax deutlich zu senken, Berechnungen prognostizieren die jährliche Energiekosteneinsparung auf mindestend 5.000 Euro, das sind nur noch etwa 35 Prozent des ursprünglichen Energieverbrauchs.

Aber nicht nur bei der Energie sind deutliche Fortschritte erreicht worden. Verbesserungen gibt es ebenfalls aus den Bereichen Sicherheitstechnik und Behindertengerechtigkeit zu vermelden: Das Audimax wird nach Abschluss der Sanierungsarbeiten nicht nur über einen deutlich verbesserten vorbeugenden Brandschutz sowie über moderne Flucht- bzw. Rettungswege verfügen, sondern alle Hauptzugänge zum Gebäude können dann auch von Rollstuhlfahrern ohne Probleme selbst angefahren werden. Außerdem sind im Audimax selbst vier behindertengerechte Hörsäle mit spezieller medientechnischer Ausstattung vorgesehen. Im Rahmen der Aufarbeitung an der so genannten Raumschale wurden sowohl die Holztäfer völlig aufgearbeitet als auch der alte PVC-Boden im Ovalbereich sowie auf den Stufen durch einen Natursteinboden ersetzt. Hervorzuheben ist ferner die technische Erneuerung im Auditorium Maximum: Modernste Installationen erlauben die Steuerung der gesamten Saaltechnik über eine so genannte I-BUS-Schaltung via "Touch-Panel".

Die offizielle Einweihung des Auditorium Maximum wird im Rahmen der Eröffnung des Akademischen Jahres 2002/2003 am Mittwoch, den 16. Oktober 2002, ab 10.00 Uhr durch den Rektor der Universität stattfinden.


Kontakt:

Ltd. Baudirektor Eckard Bull
Universitätsbauamt
Hugstetterstr. 53
79106 Freiburg
Tel: 0761/270-5803
Fax: 0761/270-5806

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