Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … "Frauen unterwegs zu Studium und …

"Frauen unterwegs zu Studium und Leben von 1870 bis 1955"

Lesereihe an der Albert-Ludwigs-Universität

Freiburg, 17.09.2002

Unter dem Thema "Frauen unterwegs zu Studium und Leben von 1870 bis 1955" veranstaltet die Stiftungsinitiative der Universität Freiburg "Frauen in der Wissenschaft e.V." gemeinsam mit dem Deutschen Tagebucharchiv e.V. Emmendingen am Freitag, den 20. September 2002, um 19 Uhr im Haus "Zur lieben Hand", Löwenstraße 16, in Freiburg eine Lesereise durch Tagebücher, Briefe und Erinnerungen von Frauen ein.

Die Lesereise "Frauen unterwegs zu Studium und Leben" stellt Stimmen von Frauen aus nahezu einem Jahrhundert vor. Im ersten Teil des Abends wird man etwas über die Zeit erfahren, bevor Frauen zum Studium zugelassen wurden und mit welchen Identitätskonflikten sie nach 1900 auf ein abgeschlossenes Studium reagieren. Im zweiten Teil steht dann die Zeit zwischen 1942 und 1945 und die Erfahrungen von Studium und Frauenrollen im Krieg Thema im Mittelpunkt. Im dritten und letzten Teil werden die Lebenswege von zwei Frauen in beiden Deutschländern vorgestellt: eine Ärztin aus der DDR, die 1973 in den Westen wechselte und Erinnerungen an eine Studenten-Ehe in den 50er Jahren in Freiburg.

Das Deutsche Tagebucharchiv, das seinen Sitz im Alten Rathaus der Stadt Emmendingen hat, wurde 1998 gegründet und verfügt inzwischen über fast 800 Einlieferungen autobiographischer Schriften. Die Briefe, Tagebücher und Erinnerungen, die oft ein Leben über mehrere Jahrzehnte hinweg dokumentieren, sind zeit- und erfahrungsgeschichtliche Texte von höchstem Rang für die Sozial- und Geisteswissenschaften. Doch nicht nur die exemplarischen Fallstudien, die damit den Wissenschaften ermöglicht werden, erwecken die Texte "zum Leben", sondern auch die vom Tagebucharchiv regelmäßig veranstalteten Lesungen.

Diese Lesungen reaktivieren das Material und erzählen von der Bewältigung von Krisensituationen, von Lebensverläufen und Lebensbedingungen, von existentiellen und auch alltäglichen Erfahrungen, von Prägungen durch Tradition, Familie, Partner, Beruf und Studium, aber auch vom Einbruch in den Lebensverlauf durch Krieg, Not, Krankheit und Todeserfahrung. Doch immer vollzieht sich bei der Lektüre eine besonders unmittelbare Annäherung an ein anderes Leben.

Die Stiftungsinitiative "Frauen in der Wissenschaft" unter der Schirmherrschaft der Universität knüpft an den ursprünglich in Deutschland so erfolgreichen Gedanken der privaten Förderung in den kulturellen und wissenschaftlichen Bereichen an, in denen empfindliche Lücken bestehen. In der Bundesrepublik betrifft dies die Nachwuchsförderung in der Wissenschaft insbesondere von Frauen. Denn immer noch herrschen gravierende Defizite bei den Voraussetzungen zur Vereinbarkeit von Studium und Beruf mit Kindern wie bspw. Kindertagesstätten, aber auch bei Stipendien zur Studienförderung.

Im internationalen Ländervergleich werden diese Defizite besonders augenfällig: Der "Deutsche Sonderweg" zeichnet sich dadurch aus, dass Deutschland hinsichtlich der Anzahl von Frauen in der Wissenschaft nahezu das Schlusslicht bildet! Dabei ist es in der internationalen Forschung längst common sense, dass Frauen für die Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Entwicklung unverzichtbar sind.

Stiftungen bieten hier die Möglichkeit Bleibendes zu Schaffen und dauerhafte Werte zu verwirklichen. Sie bieten aber auch die einzigartige Möglichkeit, auf Dauer die Förderung eines Ziels sicherzustellen und diesen Willen auch mit dem eigenen Namen zu verbinden.

abgelegt unter: