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Freiburger Schrebergarten-Export nach Asien?

Freiburg, 25.10.2002

Freiburger Schrebergarten-Export nach Asien?

Das Institut für Physische Geographie der Universität Freiburg unterstützt seit Anfang diesen Jahres die Gründung von Kleingartenvereinen und das Abfallmanagement in der philippinischen Stadt Cagayan de Oro.

Der Arbeitsbereich Angewandte Geographie der Tropen und Subtropen (APT) des Instituts für Physische Geographie der Universität Freiburg arbeitet seit März 2002 im Asia Urbs-Projekt Umweltplanung und Ernährungssicherung in Cagayan de Oro (Philippinen) der Europäischen Union mit. Gemeinsam mit den Städten Schelklingen und Dinant (Belgien) sowie der Universität Namur (Belgien) sind die Freiburger Geographen PD Dr. Axel Drescher und Stefan Dongus unter der Leitung von Professor Dr. Rüdiger Mäckel in das Projekt eingebunden.

Axel Drescher, Forschungsschwerpunkt "städtische Landwirtschaft in Entwicklungsländern", kümmert sich vorwiegend um die Gründung von Kleingartenvereinen in der philippinischen Partnerstadt und entwickelt passende Vereinstatuten. Indem er die Idee des deutschen Schrebergartens an philippinische Verhältnisse anpaßt, leistet Drescher einen Beitrag zur Ernährungssicherung und Armutsbekämpfung: Auf den 400 m² großen Parzellen bauen die Städter ihre bevorzugten Gemüsesorten wie etwa Tomaten, Zwiebeln, Kohl oder Merrettich-Baum (Malunggay) an. In der Gemüseproduktion werden in erster Linie Sorten eingesetzt, die schädlingsresistent sind, so dass ohne Einsatz von umweltschädlichen Pflanzenschutzmitteln produziert werden kann.

Auf lange Sicht, so Drescher, diene das Projekt auch der ökologischen Sicherung: Halte man Flächen offen und begrüne sie, trage dies positiv zur zukünftigen Stadtentwicklung bei. Man schaffe langfristig Pufferzonen, die sowohl zur Nahrungsproduktion als auch für Parks und Grünanlagen verwendet werden können. Auf den Philippinen werde das deutsche Modell gut adaptiert, denn man blicke auf eine lange Vereinstradition zurück. Ausserdem gehörten Hausgärten und die Kleintierhaltung dort zum traditionellen Stadtbild.

Stefan Dongus ist für die Arbeit vor Ort zuständig: Der Magistergeograph ist das Bindeglied zwischen den deutschen und asiatischen Projektpartnern. Er informiert mit Vorträgen in Cagayan de Oro darüber, wie städtisches Abfallmanagement verbessert werden kann. Ziel ist es, eine den philippinischen Verhältnissen angepasste Mülltrennung auf Haushaltsebene einzuführen. Dabei sollen Wertstoffe recycelt und Biomüll kompostiert werden. Der Kompost wird dann als organischer Dünger in die Schrebergärten geliefert. Bei seinem nächsten Aufenthalt in Cagayan de Oro wird der Geograph im Rahmen von Gesprächen und Interviews überprüfen, wie erfolgreich die institutionelle Zusammenarbeit vor Ort läuft.

Auf philippinischer Seite kooperieren die europäischen Partner eng mit der Stadtverwaltung, gewählten Stadtteilrepräsentanten, der örtlichen Universität, den Kleingartenvereinen und der vorrangigen Zielgruppe des Projektes: der Müllsammler-Kooperative auf der städtischen Mülldeponie, deren Arbeitsbedingungen verbessert werden sollen. Anfang Oktober waren philippinische und belgische Vertreter im Institut für Physische Geographie in Freiburg zu Gast. Danach besichtigten die Gäste die Kompostieranlage in Mülheim und die Kleingartensiedlung im Freiburger Stadtteil Merzhausen.



Kontakt:

PD Dr. Axel Drescher
Institut für Physische Geographie (ATP)
Werderring 4
79085 Freiburg
axel.drescher@sonne.uni-freiburg.de

Stefan Dongus (M.Sc.)
Oberau 63
79102 Freiburg
0761-2025779
dongus@gmx.de

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