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100. Herztransplantation am Herz-Kreislauf Zentrum der Universitätsklinik Freiburg

Freiburg, 18.11.2002

Am 25. September 2002 wurde am Herz-Kreislauf Zentrum Freiburg die 100. Herztransplantation durchgeführt. Der 51 Jahre alte Patient erlitt bereits im Alter von 22 Jahren den ersten Herzinfarkt und mußte sich zweimal einer Bypassoperation unterziehen. Im Herbst 2001 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand aufgrund einer fortschreitenden Herzmuskelschwäche so dramatisch, daß er auf die Warteliste für eine neues Herz aufgenommen wurde. Aufgrund des Mangels an Spenderorganen ist derzeit mit einer Wartezeit von über einem Jahr zu rechnen. Wegen der weiter fortschreitenden lebensbedrohlichen Verschlechterung des Zustandes wurde dem Patienten am 19.12.2001 ein "Kunstherz" eingesetzt, um die Wartezeit bis zur Transplantation zu überbrücken. Am 25.9.2002 konnte dann endlich die Transplantation durchgeführt werden, die ohne Komplikationen verlief, so daß es dem Patienten heute wieder sehr gut geht.

Am Herz-Kreislauf Zentrum in Freiburg, werden zur Zeit jährlich ca. 15-20 Transplantationen und ca. 10-15 Kunstherz-Implantationen durchgeführt. Damit zählt Freiburg zu den 10 größten Zentren dieser Art in Deutschland.

Der Ärztliche Direktor der Abteilung Herz- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Friedhelm Beyersdorf, stellte heute bei einer Pressekonferenz den ersten in Freiburg transplantierten Patienten (Herztransplantation am 19.11.1994) und auch den 100. Transplantationspatient vor und informierte über Erfolge, Probleme und Alternativen der Transplantation.

Beyersdorf wies darauf hin, dass die Herzschwäche im Endstadium (terminale Herzinsuffizienz) eine der aggressivsten Erkrankungen mit einer Einjahressterblichkeit von ca. 40 - 80 %, je nach Ausmaß der Herzschwäche, ist. Außer medikamentösen Behandlungsformen gebe es zahlreiche chirurgische Maßnahmen für diese gefährdeten Patienten, z. B. Herztransplantation, Kunstherzeinsatz, Herzkammerverkleinerungs-Operationen und eine besondere konventionelle Hochrisiko-Herzchirurgie.

Unter den Krankheitsbildern, die am häufigsten zur Herztransplantation führen, stünden die eigentlichen Herzmuskelerkrankungen (dilatative Kardiomyopathie) und Erkrankungen der Herzkranzadern (ischämische Kardiomyopathie) weit im Vordergrund. Mit einer Herztransplantation könne man das Überleben der Patienten und die Lebensqualität deutlich verbessern. Im Allgemeinen werde weltweit von einer Einjahresüberlebensrate von ca. 75 - 80 % ausgegangen, von einer Fünfjahresüberlebensrate von 70 % und einer Zehnjahresüberlebensrate von 50 %.

In Freiburg liege die Einjahresüberlebensrate bei 79 % und die Fünfjahresüberlebensrate bei 74 %. Die Lebensqualität der Patienten mache sich beispielhaft an großen Auslandsreisen von Patienten oder auch durch den Siegertitel bei einer Skiweltmeisterschaft der Organtransplantierten bemerkbar.

Die derzeitigen Probleme der Transplantation seien der Mangel an Organspendern, die Wartezeit von 12 - 18 Monate und die langen Transportwege für die Organe. 20 - 30 % der Patienten würden während der Wartezeit versterben.

Weltweit und auch in Deutschland gehe die Zahl der Herztransplantationen zurück, so dass aus diesem Grunde immer mehr alternative Verfahren in den Vordergrund rückten. Dazu zählten u. a. auch Kunstherz-Implantationen. Diese Behandlungsform habe sich in den letzten 5 - 10 Jahren erheblich verbessert, jedoch wiesen weiterhin alle zur Verfügung stehenden Kunstherzsysteme neben den Vorteilen auch gravierende Nachteile auf, so dass hier noch ein langer Weg bis zum Routinegebrauch der Systeme zu gehen sei.

Als Zukunftsperspektive gelte, wie Beyersdorf abschließend ausführte, die Gentherapie, das tissue engineering, die Zelltransplantation, aber auch die Xenotransplantion.



Kontakt:

Prof. Dr. Friedhelm Beyersdorf
Universitätsklinikum Freiburg
Ärztlicher Direktor der Abteilung Herz- und Gefäßchirurgie
Hugstetter Str. 55
Tel.: 0761/270-2812

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