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Warum Pflanzen Licht sehen und Proteine ins Kraftwerk kommen

250.000 Euro: Max-Planck-Forschungspreis 2002 für zwei Freiburger Wissenschaftler

Freiburg, 09.01.2003

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sticht wieder einmal als Forschungsinstitution hervor: unter den drei Preisträgern im Bereich der Biowissenschaften, haben Prof. Dr. Klaus Josef Palme und Prof. Dr. Nikolaus Pfanner, zwei Wissenschaftler der Universität Freiburg, den diesjährigen Max-Planck-Forschungspreis für Biowissenschaften und Medizin für ihre herausragenden Arbeiten erhalten. Der mit jeweils 125.000 Euro dotierte Forschungspreis ist ein weiterer Beleg für die Spitzenstellung der Universität Freiburg auch im internationalen Vergleich.

Prof. Dr. Klaus Josef Palme, Institut für Biologie II - Zellbiologie, erhielt den Forschungspreis für seine grundlegenden Arbeiten zur Entschlüsselung des Wirkungsmechanismus des Auxins, einem zentralen pflanzlichen Wachstumsfaktor.
Als zentraler Signalgeber für das Streckungswachstum spielt Auxin eine Schlüsselrolle in der Entwicklung höherer Pflanzen. So bewirkt das Hormon etwa die Wachstumsreaktionen auf äussere Reize wie Licht oder Schwerkraft, an denen die Organe der Pflanze sich bezüglich ihrer Wachstumsrichtung orientieren. Überdies hilft Auxin neben anderen Faktoren den Zellen miteinander zu kommunizieren und koordiniert so die Entwicklung der Zellen zu einem differenzierten Pflanzenkörper. Die Forscher um Klaus Palme konnten unter zu Hilfenahme von Mutanten der Pflanze "Arabidopsis thaliana" (Ackerschmalwand) nachweisen, dass Auxin-Schleusen die präzise Verteilung des Auxins kontrollieren und somit Wachstum und Gestaltbildung steuern. Die Pflanzenforscher konnten nicht nur einige alte Postulate der Pflanzenphysiologie auf der Ebene molekularer Mechanismen bestätigen, sondern auch Grundlagen für die detaillierte Erforschung der Gestaltbildung von Pflanzen schaffen. Diese Befunde können in Zukunft dazu beitragen, das Wachstum von Pflanzen gezielt zu beeinflussen.

Prof. Dr. Nikolaus Pfanner, Institut für Biochemie und Molekularbiologie, hat den Forschungspreis für seine grundlegenden Erkenntnisse über das Funktionieren von Zellen erhalten.

Zellen, die kleinsten Einheiten des Organismus die selbständig lebensfähig sind, sind in ihrem Inneren in verschiedenen Abteilungen organisiert. Man kann diese sogenannten Organellen mit einer hochkomplizierten Fabrik vergleichen, in der der "Produktionsprozess", d.h. das Ersetzen und die Neubildung von Proteinen, von der gut organisierten und reibungslosen Zusammenarbeit der einzelnen Akteure abhängt. Da die Proteine aber nicht dort hergestellt werden, wo sie gebraucht werden, muss es ein System geben, das die Proteine in die richtigen Zellorganellen transportiert. Professor Pfanner und seine Mitarbeiter haben nun untersucht, wie diese neugebildeten Proteine in die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, gelangen. Die Wissenschaftler haben mehrere Rezeptoren und Kanäle entdeckt, die die neuen Proteine spezifisch erkennen, sortieren und in die Zellorganellen transportieren können. Die Arbeiten von Professor Pfanner und seiner Arbeitsgruppe haben damit auch wichtige Grundlagen zum Verständnis von mitochondrialen Krankheiten, zu denen neurologische Erkrankungen und andere schwere Systemerkrankungen zählen, geliefert.


Kontakt:

Prof. Dr. Nikolaus Pfanner
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Biochemie und Molekularbiologie
Hermann-Herder-Str.7
79104 Freiburg
Tel.: 0761/203-5223
Fax: 0761/203-5261
E-mail: Nikolaus.Pfanner@biochemie.uni-freiburg.de

Prof. Dr. Klaus Josef Palme
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Biologie II - Zellbiologie
Schaenzlestr.1
79104 Freiburg
Tel.: 0761/203-2954
Fax: 0761/203-2675
E-mail: klaus.palme@biologie.uni-freiburg.de