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"Zerstörungshorizont - eine archäologische Collage über den Krieg"

Aus aktuellem Anlass: Neue Ausstellung der Archäologischen Sammlung an der Universität Freiburg

Freiburg, 20.02.2003

Aus aktuellem Anlass ist das Thema "Krieg" wieder in aller Munde. Während die Medien täglich neue Hiobs-Botschaften verlauten lassen, nimmt die Angst vor Krieg und Terror stetig zu. Auf diese Situation reagiert die Archäologische Sammlung der Universität Freiburg kurzfristig und eröffnet am Samstag, den 22. Februar 2003, um 19 Uhr im Erdgeschoss der Universitätsbibliothek, Werthmannplatz 2, die neue Ausstellung "Zerstörungshorizont - eine archäologische Collage über den Krieg." Es sprechen der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger und der Stiftungskurator der Archäologischen Sammlung Dr. habil. Martin Flashar. Der Idee, sich dem Thema Krieg und Zerstörung in einem Ausstellungsprojekt anzunehmen, schlossen sich spontan zahlreiche Dozenten und Studierende des Archäologischen Instituts an.

"Zerstörungshorizont - eine archäologische Collage über den Krieg" will in erster Linie auf eines aufmerksam machen: Was uns heute beschäftigt, hat schon in den vergangenen Jahrtausenden die Gemüter erregt. In Kooperation mit dem Seminar für Alte Geschichte, dem Seminar für Vorderasiatische Archäologie, der Universitätsbibliothek und dem Universitätsarchiv Freiburg ist eine Ausstellung erarbeitet worden, die in Form eines multimedialen Streifzuges durch die Kriegs- und Herrschergeschichte des Altertums bis in die Neuzeit das Thema Krieg und Zerstörung veranschaulicht. Zerstörungshorizonte, das sind normalerweise Schichtenbefunde bei Ausgrabungen, die den Archäologen willkommen sind, weil sie sichere historische Anhalte und Datierungsmöglichkeiten bieten. Die Ironie des Begriffs fügt sich in den collagenartigen Charakter der Präsentation insgesamt.

Ziel der Ausstellung ist es, die weltweite Kriegsgefahr und Kriegsangst zu thematisieren und dem Besucher eine Auseinandersetzung mit dem historischen Phänomen Krieg anhand von Funden und Bildern aus Kunstproduktion und Alltagswelten zu ermöglichen. Die Besucher treffen auf eine Montage über Kriegsschauplätze, Kriegsherren, Kriegsopfer und Kriegsstrategien. Die radikale Zerstörung Karthagos durch die Römer dokumentieren in aller Deutlichkeit antike Schriftzeugnisse. Eine Videoinstallation wird ebenso anzutreffen sein wie die Text-Bild-Collage kriegerischer Praktiken im Alten Orient oder eine Fotoschau über die Zerstörung der Freiburger Universität 1944.

Exponate aus der Freiburger Sammlung werden ergänzt durch Münzen des Seminars für Alte Geschichte, Leihgaben des Universitätsarchivs sowie der Freiburger Antiken-Galerien Günter Puhze und Jürgen Haering. Ein spektakuläres Highlight kommt von der Elbe an die Dreisam: Das Sächsische Landesmuseum für Archäologie stellt erstmals Funde der Grabungen an der Dresdener Frauenkirche zur Verfügung. Die bislang nicht gezeigten Objekte geben eindrucksvoll Zeugnis vom Zerstörungshorizont des Zweiten Weltkriegs

Das Vorhaben versteht sich als dynamisches, in Teilen auch ergebnisoffenes Projekt. Die Veranstalter bezeichnen es als ausdrückliches Anliegen, ein Diskussionsforum für Universität, Schule und Gesellschaft gleichermaßen anzubieten. Um das ambitionierte Projekt realisieren zu können,
konstituierte sich kurzfristig eine Sponsoring-Gemeinschaft, der bereits erste Firmen der Regio und Geschäfte des Einzelhandels beigetreten sind.



Kontakt:

Dr. habil. Martin Flashar
Stiftungskurator
Archäologische Sammlung
Fahnenbergplatz
79085 Freiburg
Tel.: 0761 / 203 - 3107
Email: martin.flashar@archaeologie.uni-freiburg.de

oder:
Liliane Keller
Fax: 0761 / 203 - 9479
Email: kliliane@hotmail.com

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