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Wie Wissenschaftler die Geheimnisse des Minerals Zirkon ergründen

Freiburg, 27.02.2003

Am 3. und 4. April 2003 findet am Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie der Albert-Ludwigs-Universität der internationale Short Course "Zircon: Experiments, Isotopes, and Trace Element Investigations" statt.
Ziel des Short Courses ist es einen Überblick über die verschiedenen aktuellen Forschungsansätze und -ergebnisse über das Mineral Zirkon in den Geowissenschaften zu geben und durch fachliche Diskussionen innovative Ideen zu weiteren Forschungsansätzen zu entwickeln.

Ausgerichtet wird dieser Workshop von der Mineralogical Society of America und der Geochemical Society of America, Dr. Paul Hoskin von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg organisiert zusammen mit Dr. John Hanchar von der George Washington University in Washington, D.C. diese Veranstaltung.

Das Mineral Zirkon ist unter mineralogischen Laien v.a. als gelblicher oder grünlicher Schmuckstein bekannt. Abgebaut wird dieses Mineral an vielen Stellen der Erde aber nicht nur zur Gewinnung dieser Schmucksteine, sondern v.a. auch als wichtigster Rohstoff für das Metall Zirkonium (Zr). Zr ist im Mineral Zirkon in Form einer Zirkonium-Silikat-Verbindung (ZrSiO4) enthalten. Zirkon kommt als sogenanntes akzessorisches Mineral, d.h in sehr geringer Häufigkeit, in fast allen Gesteinstypen vor. In besonders hoher Konzentration findet man Zirkon aber in speziellen sedimentären Gesteinen, den sogenannten Schwermineral-Seifen, da Zirkon dank seiner hohen Verwitterungsresistenz länger die Einwirkungen von Wind und Wasser überlebt als andere Minerale. Aufgrund seiner Eigenschaften ist Zirkon für die geowissenschaftliche Forschung ein sehr interessantes Mineral, da es zum Verständnis der Entstehung von Gesteinen und damit der Erde sehr viel beitragen kann. Und Zirkon ist eines der wichtigsten Minerale, die zur absoluten Altersbestimmung von Gesteinen Verwendung finden.
Dank intensiver Forschung wurde in den letzten beiden Jahrzehnten viele neuen Fakten über die internen Strukturen und die Stabilität des Zirkons, die Spurenelement- und Isotopen-Zusammensetzung, sowie die chemischen und physikalischen Eigenschaften herausgefunden. Auch die Analytik-Methoden haben sich gewaltig verbessert, so dass es nun möglich ist auch extrem kleine Zirkon-Fragmente zu analysieren und damit das Alter des Korns oder bestimmter Teile eines Korns zu bestimmen. In situ-Methoden wurden entwickelt, um sowohl radiogene als auch stabile Isotopen-Verhältnisse mit guter Präzision messen zu können, was die Grundlage für präzise Altersbestimmungen darstellt.

Parallel dazu wurden viele experimentelle Studien durchgeführt, die Informationen über das Diffusionsverhalten ausgewählter Elemente und Isotope lieferten und damit zum Verständnis geochemischer Prozesse beitragen. In vielen neueren Arbeiten wurden Spurenelement-Daten präsentiert, die durch Laser-ablation ICP-MS, SIMS oder Elektronenstrahl-Mikrosonde erzeugt wurden. Idealerweise werden diese Methoden mit bildverarbeitenden Techniken kombiniert, wie z.B. der Kathodenlumineszenz oder der Raster-Elektronen-Mikroskopie, um die genaue Lokalität der Analytik-Punkte zu dokumentieren.

International bedeutende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Zirkon-Forschung werden erwartet:
Samuel A. Bowring (Massachusetts Institute of Technology)
Daniele J. Cherniak (Rensselaer Polytechnic Institute)
Fernando Corfu (University of Oslo)
Don Davis (Royal Ontario Museum)
Chris Fedo (The George Washington University)
Rodney C. Ewing (The University of Michigan)
John M. Hanchar (The George Washington University)
Paul W. O. Hoskin (Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg)
Jan Kosler (Charles University, Prague)
Thomas E. Krogh (Royal Ontario Museum)
Lutz Nasdala (Johannes Gutenberg-Universität, Mainz)
Randy Parrish (NIGL-University of Leicester)
John W. Valley (The University of Wisconsin)
E. Bruce Watson (Rensselaer Polytechnic Institute)

Im Zusammenhang mit der Veranstaltung dieses Short Courses wird auch eine Buch-Veröffentlichung stehen, in der die wichtigsten Beiträge zusammengefasst werden. Weitere Informationen zum Short Course finden Sie unter http://www.minpet.uni-freiburg.de/MSA.html




Kontakt:

Dr. Regina Freiberger (Dipl.-Geol.)
Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie
Universität Freiburg
Albertstr. 23b
D-79104 Freiburg
Tel. 0761/203-6423
Fax 0761/203-6407
E-Mail: regina.freiberger@minpet.uni-freiburg.de
Internet: www.minpet.uni-freiburg.de