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Strategien für bewaldete Flutungsräume am Rhein - Universität Freiburg koordiniert EU-Forschungsprojekt

Freiburg, 20.01.2004

Seit Mitte 2003 arbeiten Wissenschaftler der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Universität Freiburg innerhalb des Forschungsverbundes FOWARA mit Partnern aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland an der Entwicklung von Managementstrategien für bewaldete Flutungsräume im Rheineinzugsgebiet. In die Untersuchung fließen sowohl naturwissenschaftliche als auch sozial- und politikwissenschaftliche Aspekte ein. Das bis Ende 2005 bewilligte INTERREG IIIB-Projekt soll politischen Entscheidungsträgern Empfehlungen für den Umgang mit forstlich genutzten Flutungsräumen geben.

„Den Flüssen mehr Raum geben“ – dieser Appell ist seit den Jahrhunderthochwassern der letzten Jahre an Elbe, Oder und Rhein in aller Munde. Dennoch entbrennt immer wieder Streit, wenn konkrete Flächen für die Hochwasserrückhaltung bereitgestellt werden sollen. Werden diese in Waldarealen ausgewiesen, sind Interessenskonflikte zwischen Waldbesitzern und den Befürwortern von Hochwasserrückhalteflächen auf der Tagesordnung. Besonders die im Integrierten Rheinprogramm (IRP) vorgesehenen ökologischen Flutungen, mit denen die Natur an Hochwasserereignisse gewöhnt werden soll, sind umstritten. Bürgerinitiativen befürchten den Verlust wichtiger Naherholungsgebiete, Waldbesitzer ökonomische Einbußen. Über die tatsächlich in den Waldbeständen zu erwartenden Schäden ist jedoch wenig bekannt.

Das Projekt FOWARA („problems in the realisation of forested water retention areas“) will diesem Problem nachgehen und führt dazu Untersuchungen in Rückhalteflächen in Deutschland (Dietenbach, Altenheim), Frankreich (Erstein, Offendorf) und den Niederlanden sowie im Auenwald bei Rastatt durch. Betrachtet werden dabei sowohl naturwissenschaftliche als auch sozial- und politikwissenschaftliche Fragestellungen. So untersuchen die Wissenschaftler beispielsweise die Überflutungstoleranz von Baumarten und Waldökosystemen, um fachliche Grundlagen für Baumartenauswahl und Bestandespflege von Rückhalteflächen zu erhalten. Auch wasserwirtschaftliche Parameter wie Wasserhöhe und Dauer einer ökologischen Flutung werden geprüft.

Analysen der ökonomischen Schäden in Wäldern durch die Hochwasserereignisse der letzten Jahre fließen ebenso ein wie Untersuchungen zu politischen Konfliktfeldern am Rhein. Die erhobenen Daten münden in ein Modell, das Vorhersagen zur Entwicklung bewaldeter Flutungsräume bei unterschiedlichen Bewirtschaftungsszenarien ermöglichen soll. Die Ergebnisse werden in einem praxisorientierten Leitfaden zur „Hochwasserrückhaltung im Wald“ aufbereitet.

An dem Verbundprojekt beteiligt sind Institutionen aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland, darunter Fachleute der Universitäten Freiburg, Metz und Straßburg, des NABU-Institutes für Landschaftsökologie und Naturschutz und der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein / Hochrhein. Projektleitung und Koordinierung liegen in den Händen von Prof. Dr. Heinz Rennenberg und Dr. Jürgen Kreuzwieser vom Institut für Forstbotanik und Baumphysiologie der Universität Freiburg.

Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG IIIB Programms der Europäischen Union gefördert. Ein wichtiges Anliegen dieses Programms ist die auch in dem FOWARA-Projekt praktizierte Zusammenarbeit von Institutionen aus mehreren EU-Staaten auf dem Gebiet der nachhaltigen Raumentwicklung. Innerhalb von vorgegebenen Themenbereichen wie z.B. „Stadt- und Regionalentwicklung“, „Verkehr und Informationstechnologien“ oder „Wasserressourcen und Hochwasserschutz“ sollen Problemlösungen über Grenzen hinweg erarbeitet und weitergetragen werden.

Kontakt:

Projektleitung:
Prof. Dr. Heinz Rennenberg
Professur für Baumphysiologie
Georges-Köhler-Allee Geb 053/054
79110 Freiburg
Tel. 0761 203 8300

Presseinformation:
Regina Rhodius
Institut für Forst- und Umweltpolitik
Tennenbacher Str. 4, 79106 Freiburg
Tel. 0761/ 203 3709

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