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Woher der Wind weht

Zweite Meinungsumfrage zur Windkraft in Freiburg - Studie der Universität zeigt: Stimmungsbild in der Stadt auch nach einem Jahr weitgehend unverändert

Freiburg, 18.08.2004

Ein Jahr, nachdem Studierende des Instituts für Forst- und Umweltpolitik erstmalig die Meinung von Freiburger Bürgern zu Windkraftanlagen erfasst hatten, waren die Interviewer der Universität Freiburg nun wieder unterwegs: 285 Personen wurden dieses Mal befragt (2003: 312 Personen). Die Ergebnisse der Wiederholungsaufnahme machen deutlich, dass sich in dieser Frage das Verhältnis von Befürwortern und Gegnern kaum geändert hat.

Wie schon im letzten Jahr ist unter den befragten Freiburgern die Zustimmung zur Nutzung der Windkraft in Deutschland sehr hoch. Mit 86% der Interviewpartner halten exakt genauso viele Menschen diese Form der Energiegewinnung generell für sinnvoll wie im Vorjahr. Die regionale Bewertung fällt wiederum differenzierter aus. Windkraftanlagen auf der Gemarkung Freiburg halten noch 61 % für sinnvoll (2003: 65 %). Die Zahl der Befürworter geht deutlich zurück, wenn diese Frage für den Schwarzwald gestellt wird.

Die Kritiker der Freiburger Anlagen machen für ihre Meinung fast ausschließlich die Veränderung des Landschaftsbildes geltend. Für jeden Vierten gibt dies den Ausschlag, die Windräder auf Rosskopf und Schauinsland abzulehnen. Nur vereinzelt wird auch auf techni-sche, ökonomische oder gesundheitliche Argumente verwiesen.

Dass die öffentliche Debatte des vergangenen Jahres trotzdem ihre Spuren hinterließ, machen mehrere Befunde deutlich. Während im Vorjahr zum Zeitpunkt des Baus noch rund 40% nichts über das Vorhaben wussten, hat das Thema in den letzten zwölf Monaten fast alle Bürger erreicht (90 %). Etwa jeder Dritte gibt an, in diesem Zeitraum auch selbst einen der Freiburger Windkraftstandorte besucht zu haben.

Während das Meinungsbild also vor einem Jahr noch vor allem von der Berichterstattung der Medien bestimmt war, haben sich inzwi-schen die Bürger durch eigenen Augenschein von der optischen Wirkung der Anlagen überzeugen können.


Rund 20 % haben in diesem Zeitraum ihre Meinung über die Frei-burger Anlagen geändert. Sie sind zu jeweils gleichen Teilen ent-weder ins Lager der Kritiker oder jenes der Befürworter gewechselt. Dabei erweisen sich vor allem die Bürger mit hohem Störempfinden als wechselhaft in ihrem Urteil. Während zunächst mit dem Ab-schluss des Baus die Zahl der Kritiker deutlich wuchs, setzt inzwi-schen für einige bereits die Gewöhnung an das neue Bild der Haus-berge ein. Sie stören sich bis heute an den Windkraftanlagen, sehen sie aber bereits weniger kritisch als zum Zeitpunkt von deren Bau.

Wie schon in der letzten Studie, sind es vor allem die älteren und alteingesessenen Freiburger, die sich an den Windkraftanlagen stören. Neu ist der Vergleich mit den Parteipräferenzen bei der letzten Kommunalwahl. Erwartungsgemäß gibt es unter den Anhängern der Freiburger CDU besonders viele Windkraftgegner, während im Lager von Grünen und SPD nur wenige die Freiburger Windräder ablehnen. Die eigene Wahlentscheidung hat nach eigenem Bekunden freilich kaum einer der Befragten vom Thema Windkraft abhängig gemacht. Hiervon besteht nur eine Ausnahme: Ein Viertel der Grünwähler sagt, dass das Thema für die eigene Wahlentscheidung wichtig war.

Die Befragung der Freiburger Bürger zur Windkraft reiht sich in mehr-ere Untersuchungen ein, die am Institut für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg zu den Themen Landnutzung und Land-schaftsveränderung bearbeitet werden.
Nach einer Studie über die Auswirkungen der Windkraft auf den Fremdenverkehr im Schwarzwald liegt mit der vorgestellten studen-tischen Befragung eine weitere Arbeit zu diesem Themenkreis vor.




Kontakt
Dr. Ulrich Schraml
Institut für Forst- und Umweltpolitik
Tel. 0761/203-3721
Fax. 0761/203-3705
Ulrich.Schraml@ifp.uni-freiburg.de

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