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1000 Jahre Hochwasser

Freiburger Projekt zum Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse wird mit 380.000 Euro vom BMBF gefördert

Freiburg, 21.01.2005

Im Rahmen der Förderaktivität „Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden drei Jahren das Freiburger Projekt „Analyse historischer Hochwasser für ein integratives Konzept zum vorbeugenden Hochwasserschutz“. Das Gemeinschaftsprojekt von Professor Dr. Rüdiger Glaser und Professor Dr. Rüdiger Mäckel vom Institut für Physische Geographie, Professor Dr. Helmut Mayer vom Meteorologischen Institut und Professor Dr. Werner Konold vom Institut für Landespflege wird mit insgesamt 380.000 Euro bezuschusst. Bei der Arbeit werden ihnen die Wissenschaftlichen Angestellten Dr. Katrin Bürger, Dr. Paul Dostal, Dr. Jochen Seidel und Korinna Thiem zur Seite stehen. Im Rahmen eines vorbeugenden Hochwasserschutzmanagements werden dabei erstmals historische Datensätze zum Klimageschehen und zur Landschaftsentwicklung in Niederschlags-Abflussmodellen bzw. Wasserhaushaltsmodellen einbezogen. Der Aufbau langer Zeitreihen von Hochwassern und ihren Wetterlagen, die bis ins Mittelalter zurückreichen, dienen der statistischen Absicherung der Wiederkehrzeiten von hydrometeorologischen Extremereignissen.

Mit Hilfe von geschichts- und naturwissenschaftlichen Methoden werden dabei Auftreten, Verlauf und Auswirkung der historischen Hochwasserereignisse analysiert und anhand von Niederschlags-Abflussmodellen bzw. Wasserhaushaltsmodellen simuliert. Die Ergebnisse sollen dem vorbeugenden Hochwasserschutz dienen. Die gegenseitige Abhängigkeit und Wechselwirkung zwischen Umwelt, Gesellschaft und den hydrometeorologischen Extremereignissen werden in Testgebieten erforscht, die nach Absprache mit den zuständigen Gewässerdirektionen, der Landesanstalt für Umweltschutz und dem Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württembergs ausgewählt werden. Die Ergebnisse sollen für ein integratives Hochwassermanagement, zum Beispiel in Hochwassergefährdungskarten, zu einer neuen Standardisierung unter anderem für die Regionalisierung von HQ100-Hochwassern, also hundertjährigen Hochwassern, sowie in der Neuabschätzung und damit zur statistischen Verbesserung von Wiederkehrzeiten extremer Hochwasser (1000-jährige) eingesetzt werden.

Das Forschungsprojekt integriert erstmalig historische Daten zu Extremhochwassern in ein aktuelles Hochwassermanagement (z.B. in Hochwassergefahrenkarten) oder in die Bemessung maximaler Gebietsniederschläge und ermöglicht damit einen sichereren Umgang mit zukünftigen Extremhochwassern. Dies trifft insbesondere auf bislang weniger berücksichtigte 1000-jährige Hochwasser zu. Durch die Bearbeitung der oben genannten Verfahrensweisen wird das Ausmaß dieser Extremhochwasser im Vergleich mit den heutigen Landschaftszuständen fachlich abgesichert.

Kontakt:
Prof. Dr. Rüdiger Mäckel
Institut für Physische Geographie
Werderring 4
79085 Freiburg
Tel. 0761/203-3507
Fax 0761/203-3596
e-mail: ruediger.maeckel@geographie.uni-freiburg.de

Informationen auch unter: www.geographie.uni-freiburg.de/ipg


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