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Quälend schüchtern? Wenn Schüchternheit zur „Sozialen Phobie“ wird

Freiburger Uniklinik sucht Betroffene für eine Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Freiburg, 24.02.2005

Viele Menschen leiden unter einer so genannten sozialen Phobie. Nach sorgfältig durchgeführten Erhebungen handelt es sich dabei um ein weit in der Bevölke-rung verbreitetes Problem. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit über einem Jahr ein wissenschaftliches Projekt an der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Freiburger Universitätsklinikums, in dessen Rahmen die Möglichkeit zu einer ambulanten Therapie für Menschen besteht, die unter sozi-alen Ängsten leiden. Das Forschungsprojekt bietet Betroffenen nicht nur eine umfassende Diagnostik an, sondern auch die Möglichkeit, mit Hilfe einer Thera-pie Ängste abzubauen. In dem DFG-Projekt werden zwei unterschiedliche Psy-chotherapieverfahren miteinander verglichen: die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und die Interpersonelle Psychotherapie (IPT). Es sind wöchentliche Sit-zungen mit speziell ausgebildeten Therapeuten über einen Zeitraum von vier Monaten vorgesehen. Mögliche Teilnehmer sollten zwischen 18 und 65 Jahre alt sein. Dr. Elisabeth Schramm leitet das wissenschaftliche Projekt und ist die An-sprechpartnerin bei Fragen und für Personen, die an der Studie teilnehmen möchten.

Kernpunkt sind dabei Ängste, peinlich aufzufallen, sich zu blamieren oder von anderen negativ beurteilt zu werden. Ausgeprägtes Meidungsverhalten ist in der Regel die Folge. Vor allem unbekannte Situationen oder der Umgang mit frem-den Menschen sind für die Betroffenen schwer zu bewältigen. So werden bei-spielsweise Einladungen zu gesellschaftlichen Anlässen oder vor mehreren Men-schen etwas zu sagen zu unüberwindlichen Problemen. Obwohl die Anzahl der Betroffenen in den letzten Jahren offenbar zugenommen hat und inzwischen viele Menschen in unterschiedlichem Ausprägungsgrad darunter leiden, bleibt die Störung meist unbehandelt. Sie wird als übergroße Schüchternheit oder persön-liche Schwäche abgetan. Einige trösten sich mit Alkohol oder flüchten in die soziale Isolation. Hinzu kommen oftmals Depressionen. Da das Selbstwertgefühl dieser Menschen gering ist und sie sich selten wehren, sind sie zudem die ideale Zielscheibe für Mobbing am Arbeitsplatz. Die Betroffenen nehmen ihre Ängste als Schicksal hin. Nur wenige suchen professionelle Hilfe auf und dann oft erst nach Jahren.

Kontakt und Anmeldung zur Studie
Dr. Elisabeth Schramm
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychosomatik
Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
Tel.: 0761/ 270-6968 oder -6967
Hauptstr. 5
79 104 Freiburg
Email: Lisa_Schramm@psyallg.ukl.uni-freiburg.de

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