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Urologie informiert!

Prostatakrebs-Früherkennung: Jeder spricht von PSA – wir sagen Ihnen warum!

Freiburg, 23.03.2005

Im Rahmen der Vortragsreihe „Urologie informiert!“ erläutert am kommenden Mittwoch, den 30.03.2005, um 19.30 Uhr Professor
Dr. Wolfgang Schultze-Seemann die Vor- und Nachteile der Prostatakrebs-Früherkennung mittels PSA-Bestimmung. Die Veranstaltung der Abteilung Urologie des Universitätsklinikums Freiburg richtet sich wie immer an alle interessierten Bürger ohne medizinische Vorkenntnisse. Die Vortragsreihe findet im großen Hörsaal der Chirurgie statt.

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Jeder sechste Mann wird irgendwann im Laufe seines Lebens mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert werden. In Deutschland sterben in jedem Jahr rund 11.500 Männer an einem Prostatakarzinom, damit sind rund drei Prozent aller Todesfälle von Männern auf diese Erkrankung zurückzuführen.

Die Krankenkassen bieten seit 1971 allen Männern ab 45 Jahre die Früherkennung des Prostatakarzinoms mittels Tastuntersuchung als Vorsorge an. Leider hat sich dieses Angebot in den vergangenen Jahrzehnten nicht an die neuen Entwicklungen in der medizinischen Diagnostik angepasst. Denn die Tastuntersuchung, das damals einzige Verfahren zur Diagnose eines organbegrenzten Prostatatumors, ist mittlerweile sinnvoll durch die Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut ergänzt worden. Der PSA-Wert ist ein Marker, der Hinweise auf einen möglichen Prostatatumor liefert. Der ermittelte Wert entscheidet darüber, ob weitere Untersuchungen angeschlossen werden sollten.

Die PSA-basierte Früherkennung hat dort wo sie eingeführt wurde große Akzeptanz erfahren. So haben in den USA 65 Prozent und in Tirol 75 Prozent der Männer sich für eine Früherkennung entschieden, in Deutschland dagegen nur 12 bis 20 Prozent. In den vergangenen rund 15 Jahren hat dies dazu geführt, dass die Sterblichkeit am Prostatakarzinom in den USA um 25 Prozent und in Tirol um 42 Prozent gesunken ist.

Es ist eine verbreitete Fehlannahme, dass durchweg alte Männer ohne nennenswerte Lebenserwartung vom Prostatakarzinom betroffen sind. Und: Je früher ein Prostatakarzinom erkannt ist, desto besser sind die Heilungschancen. Ist der Prostatatumor einmal metastasiert, so ist er nicht mehr heilbar.

Die Therapie dieser Krebsstadien besteht in der medikamentösen Kastration, indem das männliche Sexualhormon entzogen wird. Diese Behandlung ist teuer und geht mit einem Verlust der Lebensqualität einher. Zu heilenden Ansätzen und der Früherkennung ist diese Therapie keine Alternative, denn auch ältere Männer haben einen legitimen Anspruch auf Lebensfreude, Vitalität und eine erfüllte Sexualität.

Damit die betroffenen Männer eine individuelle und selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen die Früherkennung des Prostatakarzinoms mittels PSA-Bestimmung treffen können, sollten sie über die möglichen Vor- und Nachteile der Methode aufgeklärt werden. Die Veranstaltungsreihe „Urologie informiert!“ bietet für die Aufklärung und den Informationsaustausch zwischen Spezialist und Bürger einen guten Rahmen.




Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich Wetterauer
Ärztlicher Direktor der Abteilung Urologie
Tel.: 0761/270-2890
Fax: 0761/270-2878
E-Mail: wett@ch11.ukl.uni-freiburg.de

Prof. Dr. W. Schultze-Seemann
Leitender Oberarzt der Abteilung Urologie, Urologische Onkologie
Tel.: 0761/270-2827
E-Mail: sus@ch11.ukl.uni-freiburg.de