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Freiburger Infotag „Tiefe Hirnstimulation“ für Patienten mit Bewegungsstörungen

Ausbruch aus der Gefangenschaft des eigenen Körpers mit den „Hirnschrittmacher“

Freiburg, 31.03.2005

Unerwünschte Bewegungen sind die sichtbaren Krankheitszeichen der Betroffenen, die durch einen Tremor, eine Dystonie oder durch die Parkinson’sche Krankheit verursacht werden. Die meisten alltäglichen Aufgaben, die eine funktionierende Feinmotorik erfordern, können nicht mehr erledigt werden, wenn eine Bewegungsstörung vorliegt. Viele Parkinsonpatienten beschreiben sich deshalb als „Gefangene im eigenen Körper“.

Die Ursachen der Bewegungsstörungen sind degenerative Veränderungen im Gehirn. Der Morbus Parkinson ist ein häufiges Nervenleiden, von dem fünf Prozent aller über 60-Jährigen betroffen sind, Männer genauso häufig wie Frauen. In Deutschland schätzt man die Zahl der Erkrankten auf rund 250.000, davon sind etwa 25.000 Patienten jünger als 40 Jahre. Jedes Jahr erkranken 15.000 Menschen neu.

Eine Heilung dieser Erkrankungen ist bisher nicht möglich. Anfänglich können die motorischen Störungen medikamentös „beherrscht“ werden. Im Laufe der Jahre lässt die Wirkung jedoch nach. Dies erfordert immer höhere Medikamentendosen und es treten unkalkulierbare Wirkungsschwankungen auf.

Die Tiefe Hirnstimulation durch den so genannten Hirnschrittmacher bedeutet einen großen Fortschritt in der Behandlung der Bewegungsstörungen. Die unkontrollierte Übertragung von Impulsen durch die betroffenen Zellen tief im Gehirn wird hier mit Hilfe von feinsten Elektroden gehemmt. Dadurch können die Bewegungsstörungen gemildert oder korrigiert werden. Mit dem Hirnschrittmacher können die Patienten bis zu 50 oder gar 60 Prozent der Medikamente einsparen und vermindern damit auch ihre unangenehmen Nebenwirkungen.

Die Hirnschrittmacher-Operation fordert eine enge, interdisziplinäre Kooperation zwischen Neurochirurgen und Neurologen im Rahmen eines gemeinsamen Schwerpunktes und wird daher nur an wenigen hochspezialisierten Neurochirurgischen Zentren durchgeführt.



Die Abteilung Stereotaktische Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg lädt ein zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung, dem

Freiburger Infotag „Tiefe Hirnstimulation“

am Montag, den 4. April 2005, von 12 bis 16 Uhr
im Universitätsklinikum Freiburg, Neurozentrum,
Breisacher Straße 64, Konferenzraum I/II

Der Infotag ist keine reine Vortragsveranstaltung. Wichtig sind die Gespräche vor Ort: zwischen den Klinikern (Neurochirurgen und Neurologen) und den Besuchern, unter den Betroffenen und mit Patienten, die bereits mit einem Hirnschrittmacher leben. Fragen der Indikationsstellung, Möglichkeiten und Grenzen der Therapie sowie die Implantation an sich und das Leben mit dem Simulator stehen im Mittelpunkt.


Der Infotag wird ergänzt durch das 7. Freiburger Forum „Tiefe Hirnstimulation“, am 20. April 2005, eine Fachveranstaltung für interessierte Ärzte und Therapeuten, die sich mit der Methode vertraut machen wollen und praktische Kenntnisse im Umgang mit diesen Neurostimulatoren erwerben möchten.





Kontakt:

Prof. Dr. med. Guido Nikkhah
Leitender Oberarzt und Stellvertretender Ärztlicher Direktor
Abteilung Stereotaktische Neurochirurgie, Universitätsklinikum Freiburg
Tel. 0761 / 270-5069
Fax 0761 / 270-5021
eMail guido.nikkhah@uniklinik-freiburg.de

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