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Deutsche Krebshilfe fördert Kinderkrebsklinik

Erweiterungsbau am Universitätsklinikum Freiburg eröffnet

Freiburg, 15.04.2005

Heute, am 15. April 2005, wurde der Erweiterungsbau der Kinderkrebs-klinik „Haus Feldberg“ an der Universitätskinderklinik Freiburg feierlich eröffnet. An dieser Klinik werden schwerpunktmäßig Kinder und Jugendliche mit Blutkrebs behandelt. Der Erweiterungsbau ermöglicht die Unterbringung der kleinen Hochrisiko-Patienten, die nach einer Stammzelltransplantation einer besonderen Betreuung und Pflege bedürfen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützte den Neubau mit mehr als einer halben Million Euro.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 1.800 Kinder neu an Krebs. Die Diagnose ist immer ein schwerer Schicksalsschlag – auch für die Eltern und Geschwister. Die kleinen Patienten müssen sich einem oft monatelangen Behandlungsmarathon unterziehen, zu dem meist Operation, Chemo- und Strahlentherapie gehören. Um die kranken Kinder optimal versorgen zu können, hat sich die Universitäts-kinderklinik Freiburg schon seit vielen Jahren auf die Kinderonkologie spezialisiert. Jährlich werden am Freiburger Zentrum für Kinderheil-kunde und Jugendmedizin etwa 70 Kinder und Jugendliche mit Krebs behandelt.

Der wissenschaftliche Schwerpunkt der kinderonkologischen Arbeits-gruppe in Freiburg ist die Erforschung und Behandlung von Leukämien, insbesondere des so genannten myelodysplastischen Syndroms (MDS) im Kindesalter. Bei dieser Krebsart ist die Blutbildung bösartig verändert: Die Zellen des Knochenmarks, aus denen das Blut entsteht, vermehren sich unkontrolliert. Die Stammzelltransplantation ist die einzig dauerhaft wirksame Behandlungsform bei Kindern mit MDS. Dabei werden die kranken blutbildenden Zellen durch intakte Zellen eines gesunden Spenders ersetzt. Die kleinen Patienten müssen anschließend auf einer Isolierstation pflegerisch besonders intensiv betreut werden, da das Immunsystem durch die Transplantation deutlich geschwächt ist.

„Durch die schnelle Entwicklung der Transplantationsmedizin in den letzten Jahren ist ein räumlicher Engpass im Bereich der Nachsorge unserer kleinen Patienten entstanden“, erklärt Professor Dr. Charlotte Niemeyer, Ärztliche Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Um auch weiterhin eine adäquate Betreuung für die Hochrisiko-Patienten nach einer Transplantation gewährleisten zu können, ist der Neubau dringend erforderlich geworden.

„Uns liegen insbesondere die krebskranken Kinder und ihre Familien am Herzen. Wir wollen ihnen in dieser schwierigen Zeit beistehen. Darum hat sich die Deutsche Krebshilfe gerne an der Finanzierung des Neubaus beteiligt“, sagte Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, bei der Eröffnungsfeier. Insgesamt kostete der Erweiterungsbau 3,7 Millionen Euro. Zusammen mit der Unterstützung durch den Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg und mit Bundesmitteln konnte die Universitätskinderklinik Freiburg so den bestehenden Bau „Haus Feldberg“ erweitern und jetzt nach knapp zweijähriger Bauzeit eröffnen.

Das neue Gebäude teilt sich auf in drei Patientenzimmer, einen neuen Behandlungsraum, in dem auch kleine operative Eingriffe gemacht werden können, einen Besprechungsraum für Patientengespräche und einen Aufenthaltsraum für das Personal. Darüber hinaus werden in dem Anbau weitere Labore für die klinische Forschung eingerichtet. Durch die neue Raumverteilung wird so auch der onkologischen Ambulanz mehr Platz eingeräumt. Die Deutsche Krebshilfe hat die Universitätskinderklinik Freiburg bereits seit 1975 mit insgesamt über 1,3 Millionen Euro unterstützt.

Infokasten: Krebserkrankungen im Kindesalter
In Deutschland erkranken jedes Jahr 1.800 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. In dieser Altersgruppe ist Krebs besonders bösartig: Die Tumorzellen vervielfachen sich rasend schnell. Am häufigsten werden Leukämien (Blutkrebs), Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks sowie Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Etwa 90 Prozent aller krebskranken Kinder werden in kinderonkologischen Zentren und nach bundesweit einheitlichen Konzepten untersucht und behandelt. Die Deutsche Krebshilfe finanziert fast alle derzeit in Deutschland laufenden Therapiestudien bei Kindern. Die Erfolge stetig verbesserter Behandlungskonzepte sind beeindruckend: Kam die Diagnose Leukämie bei einem Kind noch vor drei Jahrzehnten einem Todesurteil gleich, überleben heute fast 80 Prozent der kleinen Patienten diese Erkrankung.