Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … „Wir wissen nichts, wir haben …

„Wir wissen nichts, wir haben nichts gesehen, wir haben nichts gehört“

Universität Freiburg weiht Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus unter Freiburger Universitätsangehörigen ein

Freiburg, 27.04.2005

Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus gehört zur geschichtlichen Verpflichtung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Deshalb hatten das Rektorat und der Senat der Universität Freiburg im Sommer 2003 beschlossen, mit einem Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus unter Freiburger Universitätsangehörigen ein Bekenntnis zu der historischen Verantwortung der Universität abzulegen. An repräsentativer Stelle, in der Eingangshalle des Kollegiengebäudes I, ist nun ein Kunstwerk des international renommierten Kölner Künstlers Marcel Odenbach realisiert worden, das heute in einer Feierstunde durch Rektor Prof. Dr. Wolfgang Jäger eingeweiht wurde.

„Wir wissen nichts, wir haben nichts gesehen, wir haben nichts gehört“, so ist das Werk nach einem Zitat von Jacob Wassermann überschrieben. Es besteht aus einem „geöffneten Vorhang“, dessen fließender „Faltenwurf“ aus teilweise eingefärbten Kopien von Fotos und Texten besteht. Die Bild- und Textvorlagen, aus denen der Künstler seine Erzählung geschaffen hat, sind Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus. Diese verweisen auf das Schicksal der betroffenen Universitätsangehörigen. Die nicht vom „Vorhang“ bedeckten Wandflächen sind den Namen der Opfer gewidmet.

Der Albert-Ludwigs-Universität war und ist es ein großes Anliegen, die Finanzierung dieses Mahnmals durch Spenden von Universitätsangehörigen sowie von Freunden der Universität sicher zu stellen. Hierin spiegelt sich das Bekenntnis zur persönlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Universität wider. Bis zum heutigen Tag sind bereits 38 000 Euro gespendet worden.
Die Spenden haben dazu beigetragen, mitten im Zentrum der Universität einen Ort des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen und so ein Zeichen zu setzen, damit das Vergangene nicht in Vergessenheit gerät.

Das große Wandbild soll als Fokus für persönliches Gedenken und Trauern, als zentraler Ort der Erinnerung zu einem festen und alltäglichen Bestandteil der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg werden.

Damit ein möglichst konkreter und direkter Bezug zu den Opfern geschaffen werden kann, ist die Auflistung aller Opfernamen, die recherchiert werden konnten, integraler Bestandteil des Mahnmals. Das Mahnmal wird möglichst alle Menschen bei ihrem Namen nennen, denen Unrecht angetan wurde.

Die Universität Freiburg sieht die aktive Auseinandersetzung und kritische Reflexion als Verpflichtung und Chance, der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken und so ein wenig mehr Licht und Wahrheit in eines der dunkelsten Kapitel der eigenen Geschichte zu bringen.

Weitere Informationen: www.uni-freiburg.de/mahnmal

abgelegt unter: