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„Schnelle Schiene“ in der Chirurgie bringt Patienten schnell wieder auf die Beine

Fast Track Chirurgie in der Behandlung von Erkrankungen des Dickdarmes

Freiburg, 04.07.2005

Auch eine schwere Operation muss nicht zwangsläufig einen langen Krankenhausaufenthalt nach sich ziehen. Dies bestätigt das Konzept der Fast Track Chirurgie, das in der Abteilung Allgemein- und Viszeral-chirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik in der Behandlung von Erkrankungen des Dickdarmes angewendet wird. Das Rundum-Konzept, das nach dem logischen Prinzip „wenig Stress bringt schnelle Erholung“ funktioniert, war das zentrale Thema des 4. Freiburger Symposiums der Klinik. Experten aus ganz Deutschland, sowie aus Dänemark und der Schweiz sind nach Freiburg gekommen um sich über die innovative Strategie zu informieren und diese zu diskutieren.

Um die psychische und körperliche Belastung, die der Eingriff mit sich bringt, für den Patienten möglichst gering zu halten, muss ein schonendes Vorgehen auf allen Ebenen der Behandlung eingehalten werden. Das beginnt bei der Vorbereitung auf die Operation, betrifft Operationstechnik und Narkose und umfasst das gesamte Rehabilita-tionsprogramm. Im Idealfall kann auf diese Weise der Aufenthalt im Krankenhaus für einen Patienten der am Dickdarm operiert wird, von knapp zwei Wochen auf drei bis fünf Tage verkürzt werden. Der Nutzen für den Patienten ist jedoch nicht die Zeitersparnis allein, denn Grundlage einer frühen Entlassung ist, dass der Patient schon bald nach der Operation wieder fit ist und dass weniger Komplikationen auftreten.

Ein wichtiger Punkt der Fast Track Chirurgie ist ein möglichst schonender chirurgischer Eingriff, hier spielt die minimal-invasive Operationstechnik eine wichtige Rolle. Die Zeit in der große Schnitte notwendig waren, ist damit vorbei. Die Laparoskopie, bei der endoskopisch operiert wird, hat auch in der Kolonchirurgie Einzug gehalten. Die minimal-invasive Technik schont den Körper des Patienten umfassend: Die Verletzungen des Körpers werden minimal gehalten, die kleine Operationswunde kann schnell abheilen und der notwendige Einsatz an Schmerzmittel ist deutlich geringer als bei der herkömmlichen Operation. Auch dadurch können Komplikationen weiter verringert werden.

Neue Wissenschaftliche Studien belegen nun, dass die laparoskopi-sche Chirurgie beim Karzinom des Kolons und des Rektums zumindest gleich gute Langzeitergebnisse erzielt wie die offene Chirurgie, und dies ist gepaart mit weniger Schmerz, weniger Infekten und weniger Komplikationen der Lunge im Rahmen der Operation.

Die minimal-invasive Operationstechnik ist beim Konzept der Fast Track Chirurgie in eine spezielle Vorbereitung und Betreuung des Patienten vor und nach der Operation eingebettet. Viele Komponenten spielen dabei eine Rolle: Es beginnt damit, Stress zu vermeiden: emotionalen Stress beispielsweise durch eine gute Aufklärung des Patienten und Stress bei der Operation durch eine zusätzliche regionale Betäubung. Auch die medikamentöse Behandlung ist optimiert. Langes Herumliegen im Bett ist kontraproduktiv: Körperliche Aktivität in der Zeit kurz vor der Operation ist wichtig. Mit der Mobilisierung nach der Operation wird bereits am Operationstag begonnen und sie wird ab dem Folgetag standardisiert mit der Physiotherapie fortgesetzt. Auch die Ernährung folgt neuen Regeln: langes Hungern ist passé. Bereits am Tag nach der Operation hat der Patient die Möglichkeit, sich mit einem kompletten Frühstück zu stärken. Auf belastende Wund-drainagen und Magensonden wird verzichtet, der Blasenkatheter wird bereits am Morgen nach der Operation entfernt.

„Das Konzept der Fast Track Chirurgie, das ursprünglich aus Dänemark kommt, setzt darauf, die Selbstregulation des Körpers schnellstmöglich wieder in Gang zu setzen“, so der Ärztliche Direktor der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Ulrich Hopt. „Und es funktioniert hervorragend, wenn alle Beteiligten gut zusammenspielen: die Ärzte, das Pflegepersonal und nicht zuletzt der Patient.“

Die Fast Track Chirurgie in der Behandlung von Erkrankungen des Dickdarmes ist für alle gut. Es steigert die Lebensqualität der Patienten und ist auch ökonomisch attraktiv: Wegen der geringeren Pflegekosten im Anschluss an die Operation ist es auch eine kostengünstige Alternative zur traditionellen Kolonchirurgie, die über Jahrzehnte nicht in Frage gestellt wurde.


Kontakt

Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hopt
Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie
Chirurgische Universitätsklinik Freiburg
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270 - 2401
Fax 0761 / 270 - 2804
eMail mail@chirurgie-uni-freiburg.de

Dr. Robert Obermaier
Tel. 0761 / 270 - 2858
eMail: robert.obermaier@uniklinik-freiburg.de

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