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Tote Fledermäuse kosten der Windkraft in Freiburg Sympathiewerte

Neue Studienergebnisse des Instituts für Forst- und Um-weltpolitik an der Universität Freiburg

Freiburg, 29.07.2005

Zum dritten Mal haben Studierende des Instituts für Forst- und Umweltpolitik der Albert-Ludwigs-Universität ein Stimmungsbild zum Thema Windkraft in Freiburg erfasst. 326 Bürger und Bürgerinnen der Stadt wurden dafür interviewt. Die Ergebnisse der Untersuchung machen deutlich, dass die Nutzung von Windkraft weiterhin von der Mehrheit der Bürger unterstützt wird. Die Anlagen auf der Gemarkung Freiburg haben jedoch gegenüber den Vorjahren an Unterstüt-zung verloren. Wie schon in den letzten Jahren ist unter den befrag-ten Freiburgern die Zustimmung zur Nutzung der Windkraft in Deutschland sehr hoch. Mit 85 Prozent der Interviewpartner halten nahezu genauso viele Menschen wie in den Vorjahren diese Form der Energiegewinnung generell für sinnvoll (2004 und 2003 86 Pro-zent). Die regionale Bewertung fällt wiederum differenzierter aus. Im Schwarzwald wird die Windkraftnutzung noch von 64 Prozent der Befragten für sinnvoll erachtet. Der Wert entspricht weitgehend den Vorjahresergebnissen.

Verändert hat sich die Bewertung der Freiburger Windräder. Windkraftanlagen auf der eigenen Gemarkung halten noch 57 Prozent für sinnvoll (2003: 65 Prozent, 2004: 61 Prozent. Die Zahl der Befürworter geht damit zum dritten Mal in Folge leicht zurück. Dass die Bewertung von Windkraftanlagen nicht stabil ist, wird an einer anderen Frage deutlich, die die Freiburger Studenten sowohl 2004 als auch 2005 stellten. Die Interviewpartner wurden nach einer möglichen Änderung ihrer Meinung gefragt. Jeder Vierte sagt dazu, die eigene Haltung seit dem Zeitpunkt des Baus der Anlagen auf Rosskopf und Holzschlägermatte geändert zu haben. Jenen Bürgern, die sich inzwischen an die Anlagen gewöhnt haben, steht eine größere Gruppe gegenüber, die nach eigener Einschätzung die Windräder heute kritischer sieht als 2003.

Die Gründe für die Ablehnung der Anlagen werden im Vergleich der Jahre vielfältiger, das hat die Studie gezeigt. Wurden 2003 vor allem der Landschaftsschutz und der Fremdenverkehr als Gründe für eine Ablehnung der Anlagen genannt, ist die Palette der Argumente in der diesjährigen Befragung deutlich breiter. Vor allem der aktuelle Streit um die Auswirkungen von Windrädern auf den Artenschutz hat den Anlagen Sympathie gekostet. Auf einige Besonderheiten der Ergebnisse im überregionalen Vergleich weist der Leiter der Studie Dr. Ulrich Schraml hin: Anlagen vor Ort werden regelmäßig kritischer betrachtet als jene in anderen Regionen. Allerdings widerspricht das Freiburger Ergebnis Beobachtungen an anderen Windkraftstandor-ten, die ebenfalls sozialwissenschaftlich begleitet werden. Dort wurde wiederholt eine Gewöhnung der Anwohner an die Anlagen festge-stellt. Viele Autoren gehen daher davon aus, dass nach einer Zeit der heftigen Ablehnung von Windkraftvorhaben in der Bau- und Pla-nungsphase später Ruhe einkehrt und die Zahl der Kritiker zurückgeht. Im dritten Jahr des Freiburger Windkraftkonflikts kann davon keine Rede sein. Die fortdauernde Debatte hat nicht nur den Bekanntheitsgrad der Anlagen gefördert, sondern deren Bewertung maßgeblich beeinflusst. Stabil erweist sich vor allem die Altersabhängigkeit der Bewertung von Windkraftanlagen. Es sind – wie in den Vorjahren auch – insbesondere die älteren Bürger und Bürgerin-nen sowie alteingesessene Freiburger, die die Windkraft generell und vor Ort kritisieren.


Kontakt:
Dr. Ulrich Schraml
Institut für Forst- und Umweltpolitik
Tel: 0761/203-3713
Fax: 0761/203-3705
E-Mail: ulrich.schraml@ifp.uni-freiburg.de

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