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Wenn der Sauberkeitsfimmel zur Zwangskrankheit wird

Pressekonferenz zu Zwangserkrankungen am 16. September 2005

Freiburg, 08.09.2005

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

wenn Menschen sich ständig waschen müssen, der Putzfimmel zur täglichen Qual wird und der ganze Alltag kontrolliert werden muss, ist aus dem vermeintlich peniblen Wesenszug eine seelische Störung, eine Zwangsstörung, geworden. Für die Betroffenen ist es nicht einfach sich einzugestehen, dass sie unter einer Zwangserkrankung leiden, da sie die eigenen Symptome häufig selbst als lächerlich empfinden. Oft versuchen sie jahrelang, ihre zwanghaften Handlungen zu verheimlichen und entziehen sich dadurch auch der Behandlung.

Film und Fernsehen haben in jüngster Zeit dazu beigetragen, das Krankheitsbild ein wenig populärer zu machen, wie durch den skurrilen Detektiv Adrian Monk in der gleichnamigen RTL-Serie. Es ist zu hoffen, dass dies zu einer größeren Akzeptanz und einem offeneren Umgang der Betroffenen mit ihren Symptomen beiträgt.

Heute gilt als gesichert, dass neurobiologische Ursachen in erheblichem Maße zur Entwicklung von Zwangsstörungen beitragen. Bestimmte Regionen im Gehirn sind bei diesen Patienten überaktiviert. Das Spektrum der möglichen Therapien hat sich erweitert: Bei der Mehrzahl der Betroffenen zeigen psychotherapeutische Methoden ihre Wirkung. Auch in der medikamentösen Behandlung gibt es Fortschritte. Einzelnen Patienten, bei denen alle Therapien versagen, kann in Zukunft vielleicht mit der so genannten Tiefenhirnstimulation geholfen werden. Bei diesem neurochirurgischen Eingriff werden Elektroden gezielt in definierte Regionen des ZNS implantiert, um auf diesem Weg gestörte Hirnfunktionen zu beeinflussen.

Eine Erkrankung und sehr unterschiedliche Therapieansätze - was wissen wir heute über die Ursachen? Wie können wir sie nachweisen und welche Behandlung führt bei welchen Symptomen zum Erfolg? Fragen, denen sich die Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete bei der 10. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V., vom 15. bis 17. September 2005, widmen. Antworten erhalten Sie vorab, bei unserem

Pressegespräch zum Thema Zwangserkrankungen
am Freitag, den 16. September 2005, um 12.15 Uhr
Sedanstraße 6, Raum 3 (siehe Lageplan)

Ich würde mich freuen, Sie zu unserem Pressegespräch begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen


Rudolf-Werner Dreier
Leiter Kommunikation und Presse

lageplan