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Bei akuten Vergiftungen hilft die Notfall-Box

Projekt ist Thema beim Qualitätszirkel deutschsprachiger Giftinformationszentren

Freiburg, 07.11.2005

Der Qualitätszirkel der deutschsprachigen Giftinformationszentren wird in diesem Jahr am Freitag, den 11. November 2005, von der Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) Freiburg ausgerichtet. An der Tagung nehmen Ärzte und Naturwissenschaftler aus Giftnotrufzentren Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und dem Elsass sowie aus Behörden, etwa dem Bundesinstitut für Risikobewertung, teil. Ziel der jährlichen Qualitätstreffen ist eine hohe Qualität und ein gemeinsamer Konsens in der Beratung, Behandlung und Dokumentation von Vergiftungsfällen.
Notruf 0761 / 19240: Unter dieser Nummer findet jeder Anrufer rund um die Uhr 365 Tage im Jahr Hilfe und Information zu allen Fragen im Zusammenhang mit Vergiftungen und Drogen. Die Beratung in akuten Vergiftungsnotfällen ist die Hauptaufgabe des kostenfreien Notfall- und Informations-Service. Der Anlass der meisten Telefonkontakte sind Vergiftungen im Kindesalter. Dies ist auch der Grund, warum die Vergiftungs-Informations-Zentrale an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Freiburg im Jahr 1968 gegründet wurde. Damals riefen im Jahr rund 400 besorgte Eltern an, deren Kinder verschiedenste Giftstoffe eingenommen hatten. Heute ist die Giftzentrale selbstständig, aber nach wie vor an der Kinderklinik angesiedelt. Neben Privatpersonen berät sie auch Ärzte in Kliniken und Praxen, Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr und Gesundheitsbehörden. Die Zahl der Anrufe steigt kontinuierlich an und liegt derzeit bei über 18.000 Anfragen pro Jahr.

Die Zahl von möglichen Giftstoffen ist ungeheuer groß. Allein im Chemikalienbereich sind es viele Millionen unterschiedliche Stoffe, die potenziell toxisch sind. Hinzu kommen Giftstoffe aus dem Bereich der Arzneimittel und aus der Pflanzen- und Tierwelt. Die meisten schweren Vergiftungen im Kindesalter passieren, weil Kinder im Haushalt herumliegende Psychopharmaka, Kreislaufmittel, Rohrreiniger oder Lampenöle „probieren“.

Neben der Beratung ist die Prävention, die Vorbeugung von Vergiftungsunfällen und die Aufklärung über Erstmaßnahmen im Falle einer Vergiftung, ein wichtiger Schwerpunkt der VIZ.

Eine von der VIZ in Kooperation mit dem Landesapothekerverband Baden-Württemberg und der Techniker Krankenkasse Baden-Württemberg entwickelte „Notfall-Box“ soll eine schnelle und sachgerechte Reaktion auf Vergiftungsunfälle unterstützen. Auf der Box, die inzwischen bundesweit in Apotheken angeboten wird, ist die Notrufnummer der VIZ aufgedruckt. Sie enthält eine Informationsbroschüre mit Empfehlungen für das Verhalten in Vergiftungsnotfällen und dient zur Aufbewahrung von Aktivkohle und eines Entschäumers für schnelle Maßnahmen im Vergiftungsfall.


Eine Zusammenfassung des Projektes Notfall-Box gibt das Poster Notfallbox im Anhang. Das Projekt wird auch beim Qualitätszirkel der deutschsprachigen Giftinformationszentren, am 11. November in der Klinik für Tumorbiologie (Raum 079), präsentiert. Einen Überblick über die weiteren Themen der Tagung befinden sich auf den Internetseiten der VIZ.


Kontakt:

Dr. Uwe Stedtler
Stellvertretender Leiter der Vergiftungs-Informations-Zentrale
Tel.: 0761 / 270-4382
eMail uwe.stedtler@uniklinik-freiburg.de
www.giftberatung.de


Program
Poster