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Hirnmetastasen sind heute besser beherrschbar

Moderne Therapiekonzepte erlauben gezielte lokale Behandlung

Freiburg, 24.11.2005

Früher galt mit der Diagnose Hirnmetastasen das Schicksal von Krebspatienten als besiegelt: Hatte die ursprüngliche Krebserkrankung ihre Ableger erst bis ins Gehirn gestreut, so war das Ende meistens absehbar. Heute erlaubt es die moderne Technik, Metastasen im Gehirn gezielt und minimal-invasiv zu entfernen.

Beim
8. Forum der Abteilung Stereotaktische Neurochirurgie
am 30. November 2005, von 18:00 bis 19:30 Uhr
im Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg

diskutieren Neurochirurgen, Onkologen und Ärzte benachbarter Disziplinen moderne Therapiekonzepte bei der Behandlung von Hirnmetastasen.

Die Stereotaktische Neurochirurgie bietet gezielte Verfahren an, die in der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns angewendet werden. Neben der Feststellung der Diagnose durch feingewebliche Untersuchungen von stecknadelkopfgroßen Proben aus dem Gehirn können mittels gezielter Strahlentherapie gleichzeitig die Krebs-Ableger herausgeschnitten werden. Dies ist nur möglich, indem der Chirurg von hochmoderner Technik unterstützt wird, etwa durch eine verbesserte Bildgebung, die Kernspintomographie, und neue strahlentherapeutische Möglichkeiten.

Wer sich heute einer solchen Operation am Gehirn unterzieht, muss nicht mehr damit rechnen, als ein anderer Mensch aus der Narkose zu erwachen, weil benachbarte Hirnregionen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Eingriffe sind computerassistiert und erfolgen in örtlicher Betäubung: Bevor der Chirurg den Schädel antastet, hat er bereits Gehirn und Tumor vermessen und im dreidimensionalen Bild gespeichert. So kann er am Computer millimetergenau vorausberechnen, welche Punkte er ansteuern muss.

Mit zunehmendem Altersdurchschnitt in der Bevölkerung nimmt die Zahl der Patienten mit Hirnmetastasen stetig zu. Auch verdanken es die Patienten einer verbesserten Medizin, dass sie Spätstadien ihrer Erkrankung überhaupt erleben. Zu diesen Spätstadien gehören Metastasen im Gehirn, die vor allem von Brust und Lunge ausgehen. Da Hirnmetastasen heute besser therapierbar sind, hängt die Prognose für den einzelnen Patienten weniger von der Diagnose Hirnmetastasen ab, sondern vielmehr vom Verlauf der Grunderkrankung des Tumors, der seine Ableger im Körper verteilt.

Um der steigenden Zahl von Krebspatienten in späten Stadien ihrer Erkrankung durch die zielgesteuerte Behandlung eine möglichst gute Prognose und Lebensqualität zu geben, arbeiten die Mediziner im Freiburger Universitätsklinikum interdisziplinär daran, neuartige diagnostische und therapeutische Verfahren und einheitliche Diagnose- und Therapiekonzepte bei der Behandlung von Hirnmetastasen zu entwickeln. Das 8. Forum Stereotaktische Neurochirurgie und im Neurozentrum wöchentlich stattfindende Hirntumorkonferenzen dienen diesem Ziel.

Programm



Kontakt:

Prof. Dr. med. Guido Nikkhah
PD Dr. med. Jan Vesper
Universitätsklinikum Freiburg
Neurozentrum
Abteilung Stereotaktische Neurochirurgie
Sekretariat Tel.: 0761-270-5069
eMail: jan.vesper@uniklinik-freiburg.de