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Wenn die Lust nachlässt - Hormontief des Mannes

Vortrag der Reihe „Urologie informiert“ am 25. Januar 2006

Freiburg, 23.01.2006

Klimakterische Beschwerden der Frau sind gesellschaftlich anerkannt. Ein älterer Mann hingegen, der über Hitzewallungen und Antriebsstörungen klagt, läuft Gefahr belächelt und selbst von seinem Arzt nicht ernst genommen zu werden. Dabei klagen viele Männer ab dem 45. Lebensjahr über ein Nachlassen des Antriebs und der Lust - der Unternehmungs- wie auch der sexuellen Lust.

Über die Ursachen der Unlust des Mannes und darüber was „Mann“ dagegen tun kann, spricht der Ärztliche Direktor der Abteilung Urologie, Prof. Dr. Ulrich Wetterauer, im Rahmen der Vortragsreihe

„Urologie informiert!“:
am Mittwoch, den 25. Januar 2006, um 19.30 Uhr
im Großen Hörsaal der Chirurgie.

Der Mann hat zwar keine der Frau vergleichbaren Wechseljahre. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt jedoch das männliche Sexualhormon Testosteron kontinuierlich ab. So hat ein 65-jähriger Mann durchschnittlich nur noch ein Drittel des Spiegels an frei verfügbarem Testosteron, im Vergleich zu einem 20-jährigen Mann. In der Sexualität macht sich der Hormonmangel mit einer verminderten Libido und Erektionsstörungen bemerkbar, was die sexuelle Zufriedenheit empfindlich aus dem Gleichgewicht bringt.

Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab: Häufig reduziert sich die Muskelmasse, die Kraft schwindet, die Männer sind schneller müde und abgeschlagen. Und auch die Psyche bleibt nicht verschont: Männer, die in das entsprechende Alter kommen, leiden plötzlich an depressiven Verstimmungen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, bekannt als so genannte Midlifecrisis. Gleichzeitig macht sich der niedrigere Pegel des männlichen Sexualhormons auch im körperlichen Erscheinungsbild bemerkbar: „Mann“ neigt zum „Rettungsring“ oder Kugelbauch. Dicke Männer haben häufiger einen Mangel an Testosteron, sie leiden öfter unter Impotenz und sind durch Herz-Kreislauferkrankungen besonders gefährdet. Der Bauchumfang gilt daher als ein wichtiges Maß zur Einschätzung des Gesundheitszustands eines Mannes.

Der Wunsch, im Alter körperlich und geistig fit und aktiv zu bleiben, ist alt. So wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Paris und Wien Hodenextrakte von Affen verabreicht, um Vitalität und Virilität auch im Alter zu erhalten. Heute stehen zur Hormonsubstitution des Mannes standardisierte Präparate als Depotspritzen oder Gel zum Auftragen auf die Haut zur Verfügung, die ein „Hormontief“ ausgleichen können. Eine Behandlung ist jedoch nur dann angezeigt, wenn ein nachweislich erniedrigter Testosteronspiegel mit Beschwerden einhergeht, die typisch für einen Hormonmangel sind.

„Gesund alt werden“ ist das Leitmotiv einer selbstverantwortlichen, immer älter werdenden Bevölkerung. Der Alterungsprozess lässt sich jedoch mit Hormonpräparaten alleine nicht hinauszögern. Die Grundpfeiler eines aktiven und lustvollen Alterns bleiben nach wie vor: eine gesunde und kalorienreduzierte Ernährung, ausreichende sportliche Betätigung, weniger Stress und das Vermeiden von Risikofaktoren.


Kontakt:

Professor Dr. Ulrich Wetterauer
Universitätsklinikum Freiburg
Abteilung Urologie
Tel. 0761 / 270-2891
Fax 0761 / 270-2878
Email: wett@ch11.ukl.uni-freiburg.de