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Keine Angst vorm schwarzen Schlauch

Endoskopien können das eigene Leben retten

Freiburg, 03.04.2006

In Deutschland werden jährlich rund 80.000 Menschen mit der Diagnose einer Krebserkrankung des Magen-Darmtraktes konfrontiert. Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs und Darmkrebs haben damit zusammen einen Anteil von 22 Prozent an allen auftretenden Krebserkrankungen. Die Zahl derer, die jedes Jahr an einem Krebs des Magen-Darmtraktes sterben, ist nicht minder alarmierend: Allein das Jahr 1999 zählt 46.700 Menschen, die an bösartigen Erkrankungen von Speiseröhre, Magen oder Darm gestorben sind.

Die Zahl der Menschen, die an Krebserkrankungen des Magen-Darmtraktes sterben, könnte deutlich geringer sein. Denn Krebs ist heute in vielen Fällen heilbar, dank erheblicher Fortschritte in der Medizin. Voraussetzung für eine gute Prognose ist jedoch, dass der Krebs in einem frühen Stadium erkannt und frühzeitig mit der Therapie begonnen wird. Die Mediziner der Chirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Freiburg sehen jedoch nur selten Frühstadien des Speiseröhren- oder Magenkrebses. Krebserkrankungen des Magen-Darmtraktes werden auffallend häufig erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Patienten bereits über eine lange Zeit deutliche Alarmzeichen ignoriert.

Die Erklärung für dieses Phänomen ist einfach: Die Menschen haben Angst vor der Untersuchung. Doch Erkrankungen des Verdauungstraktes lassen sich wirksam durch Spiegelungen, so genannte Endoskopien, diagnostizieren. Dabei wird eine winzige Kamera mit Hilfe eines Schlauches über die Speiseröhre in den Magen bzw. in den Dickdarm eingeführt. Magen- und Darmspiegelung (Gastroskopie und Coloskopie) werden zu Unrecht gefürchtet. Die Untersuchungen sind weit weniger dramatisch als ihr Ruf oder als das, was wir uns darunter vorstellen. Denn auch hier ist die Entwicklung nicht stehen geblieben: Die Geräte die verwendet werden, sind flexibler und dünner geworden. Darüber hinaus kann die Untersuchung am Universitätsklinikum in einer schonenden Kurznarkose durchgeführt werden. Die Patienten „verschlafen“ die Untersuchung dann gänzlich.

Es gibt Patienten, die trotz alarmierender Hinweise und selbst mit einer Überweisung vom Hausarzt die Endoskopie nicht durchführen lassen.
„Wenn diese Patienten mit Krebs im Endstadium in das Krankenhaus eingewiesen werden, ist es für eine heilende Behandlung meist zu spät“, warnt Dr. Andreas Fischer, Oberarzt der Abteilung Endoskopie an der Chirurgischen Universitätsklinik.

Was sind Alarmzeichen, die man unbedingt ernst nehmen sollte? Nicht allein Blut im Stuhl, bleistiftdünner Stuhl oder Schluckstörungen können ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Auch bei ungewünschtem Gewichtsverlust, lange anhaltender Appetitlosigkeit, Leistungsknick ohne erkennbare Ursache, unklarem Bauchschmerz oder fortbestehendem Fieber sollte der Arzt aufgesucht werden.

Kein Grund für Angst vorm schwarzen Schlauch: Wichtig ist, dass Krebserkrankungen rechtzeitig, also frühzeitig erkannt werden. Die Untersuchung auf dem Weg dahin ist harmlos. Und auch wenn kein Krebs gefunden wird, kann eine Spiegelung sinnvoll gewesen sein. So können beispielsweise entzündliche Darmerkrankungen und Polypen, die sich zu einem Dickdarmkrebs entwickeln können rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Die Dickdarmspieglung wird seit 2002 auch ohne konkreten Verdacht ab dem 55. Lebensjahr im Rahmen der Krebsvorsorge von den Krankenkassen bezahlt.





Kontakt:

Dr. Andreas Fischer
Oberarzt Abteilung Endoskopie
Chirurgische Klinik des Universitätsklinikums Freiburg
79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270- 2540/2541
eMail: andreas.fischer@uniklinik-freiburg.de

Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hopt
Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie
Chirurgische Universitätsklinik Freiburg
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270 - 2401
Fax 0761 / 270 - 2804
eMail mail@chirurgie-uni-freiburg.de

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