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Sicherheit und Qualität in der medizinischen Forschung:

Von der „freiwilligen Selbstkontrolle bei Versuchen am Menschen“ zur Einrichtung der Ethik-Kommission

Freiburg, 06.10.2006

Kolloquium zum Jubiläum der Ethik-Kommission


Die Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg feiert mit einem Kolloquium ihr doppeltes Jubiläum: 25 Jahre Ethik-Kommission im Klinikum, als unabhängige „Kommission zur freiwilligen Selbstkontrolle bei Versuchen an Menschen“ und 10 Jahre öffentlich-rechtliche Einrichtung „Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg“. Das Kolloquium findet am

Mittwoch, den 11. Oktober 2006, 14.30 - 18.00 Uhr, im Hörsaal Killianstraße des Universitätsklinikums Freiburg, Killianstraße 5,

statt. In den Kolloquiums-Vorträgen diskutieren die Wissenschaftler unter anderem die Frage der Verantwortung in der Forschung sowie Aufgaben und Verpflichtungen der Ethik-Kommission.

Kein Fortschritt in der Medizin ohne Forschung: Ob Vitaminpräparat, Kopfschmerztablette oder Krebsmedikament, eine neue Operationstechnik oder nichtmedikamentöse Therapieform – jeder medizinischen Behandlung geht wissenschaftliche Forschung voraus. Bevor aber ein Medikament den Weg in die Apotheke oder eine Therapie zur Anwendung durch den Arzt findet, müssen sowohl Wirksamkeit als auch Sicherheit in klinischen Studien nachgewiesen werden. Dies beinhaltet immer auch den Versuch am Menschen.

In der zweihundertjährigen Geschichte der naturwissenschaftlichen Medizin hat die Forschung am Menschen schon immer ethische Fragen aufgeworfen. Damals wie heute gilt es, den zu erwartenden Nutzen gegen das Risiko der Belastung von Patienten oder Probanden abzuwägen. Was man in der Vergangenheit der Selbstkontrolle der Wissenschaftler überließ, ist heute durch öffentlich-rechtliche Ethik-Kommissionen abgesichert.

Die Geschichte der Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität beginnt im Jahr 1981, als Professor Dr. Eduard Seidler an der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität als einer der ersten in Deutschland eine unabhängige Kommission zur Beratung von Forschungsvorhaben an Menschen gründet.

15 Jahre später erlassen die Bundesländer Kammergesetze, die die Errichtung von Ethik-Kommissionen bei den Universitäten und den Ärztekammern regeln. Die Musterberufsordnung für Ärzte schreibt eine umfassende Beratungspflicht durch eine Ethik-Kommission vor Beginn eines Forschungsvorhabens am Menschen vor. Im Jahr 1981 gründet Professor Dr. Hanjörg Just die öffentlich-rechtliche Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität als Nachfolgekommission.

Jedes Forschungsvorhaben am Menschen muss heute vorab bei einer Ethik-Kommission eingereicht werden und darf erst dann beginnen, wenn die Kommission nach der Beratung ein bedingungslos zustimmendes Votum abgibt. In Freiburg werden pro Jahr 350 bis 380 Forschungsvorhaben beraten und begleitet.

Die Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität ist eine von heute 53 öffentlich-rechtlichen Kommissionen, die an Universitäten, bei Landesärztekammern oder bei Landesregierungen angesiedelt sind. Sie besteht aus 27 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern interdisziplinärerer Zusammensetzung aus den Natur- und Geisteswissenschaften und wird von Sachverständigen unterstützt. Im Spannungsfeld als Einrichtung der Selbstkontrolle der Wissenschaft mit einer behördlichen Funktion im Auftrag des Gesetzgebers dient ihre Arbeit sowohl der Sicherheit der Patienten als auch der Ärzte und Wissenschaftler.



Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Hanjörg Just
Vorsitzender der Ethik-Kommission
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel. 0761 / 270-7261
Fax 0761 / 270-7263
E-Mail hanjoerg.just@uniklinik-freiburg.de

Anmeldung und Programm des Kolloquiums