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Vom Übergewicht zur Adipositas – Sind wir noch zu retten?

Reger Erfahrungsaustausch zum Thema Übergewicht und Adipositas auf dem 1. M.O.B.I.L.I.S.-Jahrestreffen im Institut für Sport und Sportwissenschaft der Albert Ludwigs-Universität Freiburg

Freiburg, 17.11.2006

Am 10. Dezember trafen sich Experten, Trainer und Ärzte erstmals in großer Runde zum M.O.B.I.L.I.S.-Erfahrungsaustausch in Freiburg. Im Anschluss veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. (Landesverband Baden) ein zweitägiges Wissenschaftssymposium mit dem provozierenden Untertitel: „Vom Übergewicht zur Adipositas – Sind wir noch zu retten?“

Deutschland ist auf dem besten Wege von einem Volk der Übergewichtigen zu einem Volk der Adipösen zu werden: Schon heute liegt der Body Mass Index (BMI) des Durchschnittsbürgers bei gut 25 kg/m2. Schätzungen zu Folge wird dieser Wert zur Klassifizierung des Körpergewichts bis im Jahre 2040 auf durchschnittlich 30 kg/m2 ansteigen. Das entspräche dann einem Übergewicht von 20 Prozent! Folglich waren sich alle Teilnehmer des 1. M.O.B.I.L.I.S.-Jahrestreffens einig: Es besteht akuter Handlungsbedarf zur Prävention sowie zur Therapie der Adipositas. Und dabei fällt der Bewegung eine Schlüsselrolle zu. So resümierte auch der sport- und präventionspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Detlef Parr MdB, in seiner Eröffnungsrede: „Körperliche Bewegung und Sport müssen mehr Breitenwirkung bekommen und nicht nur von bestimmten Personenkreisen mit sportlichen Ambitionen wahrgenommen werden.“ Denn schließlich ist die dramatische Gewichtszunahme auf die veränderten Lebensverhältnisse unserer Gesellschaft beziehungsweise auf das damit einhergehende Ungleichgewicht von Energieaufnahme (Ernährung) und Energieverbrauch (Arbeitsleistung des Körpers, unter anderem Bewegung) zurückzuführen.

Namhafte Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sport- und Ernährungswissenschaft beleuchteten das Problem Übergewicht und Adipositas aus unterschiedlichsten Blickwinkeln. So diskutierte beispielsweise PD Dr. Fritz Horber aus dem Schweizer Winterthur chirurgische Therapiemaßnahmen für stark Adipöse und betonte, dass den meisten Operateuren die notwendige Routine für entsprechende Eingriffe (Magenbypass oder Magenband) fehle. Doch auf dem 1. M.O.B.I.L.I.S. Jahrestreffen wurde das Thema Übergewicht und Adipositas nicht nur theoretisch behandelt: In zahlreichen Workshops stellten erfahrene Therapeuten diverse Bewegungsformen und Übungen zur Anwendung in der Praxis vor. Aus Sicht der Therapeuten sollte die Schulung der Körperwahrnehmung und Koordination stärker als bisher in den Mittelpunkt der Bewegungsintervention gerückt werden.

Dass sich mit dem Thema Abnehmen auch Geld verdienen lässt, haben kommerzielle Anbieter seit geraumer Zeit erkannt. Und so wird Deutschland mit Programmen zur Gewichtsreduktion aktuell nahezu überschwemmt. Doch nur wenige Angebote bieten zuverlässig Erfolg, sind evaluiert und erfüllen die Kriterien eines kontinuierlichen Qualitätsmanagements. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund haben das Universitätsklinikum Freiburg und die Deutsche Sporthochschule Köln das interdisziplinäre Schulungsprogramm M.O.B.I.L.I.S. zur Therapie der Adipositas im Erwachsenenalter entwickelt. M.O.B.I.L.I.S. hatte vor knapp zwei Jahren seinen bundesweiten Start und ist zwischenzeitlich mit über 70 Standorten erfolgreich vertreten. Rund 20 interdisziplinäre Teams für neue Standorte werden am ersten Dezemberwochenende in Kassel durch die M.O.B.I.L.I.S.-Experten geschult. Das reicht natürlich bei weitem nicht aus, um der krank machenden Gewichtsentwicklung langfristig entgegenzuwirken. Weitere standardisierte Maßnahmen sind dringend notwendig, insbesondere qualitativ hochwertige Therapieangebote im Bereich der morbiden Adipositas (BMI > 40 kg/m2).

Ausführliche Informationen zu M.O.B.I.L.I.S. und seinen Standorten gibt es hier

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