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Visionen für eine Universität der Zukunft

Erster Freiburger Zukunftskongress mit interaktivem Konferenzdesign

Freiburg, 24.09.2007

Zukunftsgestaltung, neue (Denk-)Wege und die Rolle der Universität im
21. Jahrhundert waren das Thema des ersten Freiburger Zukunftskongresses der Albert-Ludwigs-Universität am 20. und 21. September 2007, dem Gründungsdatum der Universität vor 550 Jahren. „Studierende, Beschäftigte der Universität und namhafte Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik haben engagiert darüber diskutiert, was die Universität der Zukunft ausmachen soll und wie sie ihre eigene Identität im internationalen Wettbewerb um Studierende, wissenschaftliche Beschäftigte und finanzielle Mittel am besten bewahren und weiterentwickeln kann“, fasste der Freiburger Universitätsrektor, Prof. Dr. Wolfgang Jäger, die beiden erfolgreichen Kongresstage zusammen.

Und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg zog das Fazit: „Die Universitäten brauchen auch in Zukunft Freiräume, in denen sich Qualität in Forschung und Lehre entfalten können. Unsere Hochschulpolitik schafft Strukturen für diese Freiräume, derzeit vor allem in der Personalkategorie und bei der Studierenden-auswahl.“

Am Donnerstag, 20. September 2007, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Rektor der Universität im Audimax der Universität (KG II) begrüßt. Prof. Dr. Birger Priddat, designierter Präsident der privaten Hochschule Witten/Herdecke, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, Dr. Heiko Roehl, Leiter der Unternehmensorganisation der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und Christian Schneijderberg, Politischer Sekretär beim Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS), leiteten anschließend mit kurzen Impulsvorträgen den Kongress ein. Sie machten deutlich, dass die Universität ein ganz besonderer Ort ist und bleiben soll. Es sei ein Denkplatz, also einer der wenigen Orte, an dem man wirklich Zeit habe zum Denken und Nachdenken und zur Diskussion über das Gedachte mit Anderen.

Am Freitag, 21. September 2007, dem Gründungstag der Universität Freiburg vor 550 Jahren, fand am Nachmittag die öffentliche Präsentation der Ergebnisse der Workshops im Audimax der Universität (KG II) statt. Prof. Dr. Hubert Burda, Vorstand der Burda Media AG, hielt dazu einen Festvortrag. Anschließend diskutierte der baden-württembergische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg die Ergebnisse mit den Workshopleitern.

In zwölf Workshops, die von Freiburger Professorinnen und Professoren geleitet wurden, ging es um zentrale Grenzfelder der Universität und wie sie die Identität einer Hochschule prägen: Welche Grenzen existieren in den Beziehungen der Universität nach außen – zur Wirtschaft, zur Politik, zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, welche Grenzen gibt es innerhalb der Universität selbst – zwischen den einzelnen Disziplinen und Einrichtungen, zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschied-licher Bereiche? Diskutiert wurde, wie diese Begrenzungen sich äußern, in welchen Kontexten Sie sinnvoll sind, und wo es gilt, Grenzen zu überwinden.

Nach Ansicht der Mitglieder des Workshops „Lebenslange Experimente“ verlangt der zunehmende Wettbewerb nach einer weiteren Öffnung der Universität in die Gesellschaft. Der demographische Wandel bedinge eine neue Balance zwischen den Lehr- und Lernformen und zielgruppenorien-tierte Lehrangebote, beispielsweise für ältere Menschen. Die Universität solle nicht nur Wissen vermitteln, sondern selbst auch als gesellschaftlicher Akteur auftreten. Es gelte, so der Workshop „Gewissenhafte Experimente“, Studierende zu Menschen mit sozialer Kompetenz auszubilden.

Die Workshops schlugen auch konkrete Maßnahmen vor: Die Arbeitsgruppe „Qualifizierende Experimente“ möchte beispielsweise die Diskussion nach dem Kongress fortführen und ein Freiburger Bildungsforum einrichten, das eine Schnittstelle zwischen Universität, Schule und Beruf bilden soll. Der Workshop „Berufliche Experimente“ schlug vor, dass die Studierenden durch Mentoring-Programme und Alumni-Karriere-Netzwerke bereits während ihres Studiums schneller an den Beruf herangeführt werden sollen.

Mehrere Workshops forderten zudem eine weitere Flexibilisierung des Tarif-, Arbeits- und Haushaltsrechts, um universitäre Spitzenforschung, gerade auch im Wettbewerb mit außeruniversitären Forschungs-einrichtungen, zu sichern. Im Workshop „Wirtschaftliche Experimente“ erklärten Vertreter der Industrie den Wunsch, die klassische Universität zu erhalten und äußerten gleichzeitig die Bereitschaft, für Wissenschaftler im Bereich F+E nicht projektgebundene Mittel in einem Besoldungsfonds bereit zu stellen.

Dass alle Stimmen gehört werden, dafür sorgte das besondere Konferenzdesign: Die Ideen und Zwischenergebnisse der einzelnen Workshops wurden von speziell geschulten Dokumentatorinnen, und Dokumentatoren, sogenannten „Graphic Facilitators“, elektronisch festgehalten und so im Foyer des Kollegiengebäude II allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kongresses zugänglich gemacht.

Um 14.57 Uhr wurde – in Anspielung auf das Gründungsjahr der Universität – ein Stummfilmprojekt des AV-Medienzentrums der Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit der Hochschule Offenburg und unter Begleitung der Jungen Kammerphilharmonie Freiburg aufgeführt. Regie führten Heiner und Ingo Behring. Günter Buchwald, einer der renommiertesten Experten für Stummfilmmusik komponierte die Filmmusik für dieses Projekt.

 

Kontakt:

Rudolf-Werner Dreier

Tel.: 0761/203-4302

Fax: 0761/203-4278

E-Mail: rudolf.dreier@pr.uni-freiburg.de