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40 Jahre Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg

40 Jahre erfolgreiche Beratung in Vergiftungsnotfällen und mehr

Freiburg, 04.04.2008

Die Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg schaut auf 40 erfolgreiche Jahre ihres Bestehens zurück. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1968, als erstmals eine Telefonauskunft an der Universitäts-Kinderklinik ins Leben gerufen wurde, über die bei Vergiftungen Hilfe eingeholt werden konnte. Die vielen Anfragen besorgter Eltern, deren Kinder verschiedene Giftstoffe eingenommen hatten, führten zu der Initiative der Klinik, die damit ihrer Zeit weit voraus war. Als im Jahr 1990 mit dem Chemikaliengesetz (§ 16e) eine gesetzliche Grundlage und Verpflichtung für die Benennung von Giftinformationszentren in den Ländern eingeführt wurde, nahm die VIZ Freiburg diese Aufgabe bereits seit 22 Jahren auf freiwilliger Basis wahr. Sie wurde mit ihrer Gründung im Jahr 1968 vom Land Baden-Württemberg als zentrale Informationsstelle anerkannt und gehört damit zu den ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland.

Die telefonische Beratung in akuten Vergiftungsnotfällen ist die Hauptaufgabe der VIZ. Der Schwerpunkt liegt auf Vergiftungen im Kindesalter, da Kinder besonders gefährdet sind. Das Alter der Betroffenen spielt jedoch keine Rolle. Die Nummer 0761 / 19 240 des 24-Stunden-Notrufs der VIZ Freiburg hat manchem schweren Vergiftungsnotfall schnelle Hilfe beschert. Ebenso konnten viele unnötig besorgte Eltern durch einen Anruf und das Gespräch mit einem toxikologisch geschulten Mediziner beruhigt werden. Bei rund 62 Prozent der Anfragen ist die telefonische Beratung ausreichend, was unnötige Arztbesuche vermeidet. Die für die Anrufer kostenlose Giftberatung stellt damit eine enorme Kostenersparnis für die Krankenkassen dar.

„Ein Blick in die Statistik der Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg, belegt die Erfolgsgeschichte der Giftberatung in Baden-Württemberg durch die VIZ Freiburg“, so die Umweltministerin Tanja Gönner im Rahmen eines Symposiums anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der VIZ. Die Zahl der Anfragen hat sich in den 40 Jahren stetig gesteigert: Von rund 400 Anrufen im Jahr der Gründung, bis zu heute mehr als 20.000 Anfragen pro Jahr. Dies dokumentiert sowohl den Bedarf an einer solchen Beratungsstelle als auch die Akzeptanz der VIZ Freiburg. Rund zwei Drittel der Anfragen kommen von Privatpersonen, ein Drittel von Ärzten, Klinikpersonal, Mitarbeitern von Rettungsdiensten, der Polizei, Feuerwehr oder von Gesundheitsbehörden.

Das Spektrum der VIZ reicht weit über die Beratung in Vergiftungsnotfällen hinaus. Beratung leistet sie beispielsweise auch bei Fragen zu Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Durch eine systematische Dokumentation und Auswertung von Vergiftungsfällen können die Mitarbeiter der VIZ Risiken frühzeitig erkennen. Sie überprüfen Behandlungsstrategien und entwickeln Therapien bei Vergiftungen. 

Durch Aufklärungsarbeit trägt die Vergiftungs-Informations-Zentrale dazu bei, Vergiftungsfälle zu vermeiden. Auch Forschungsarbeiten zur Prävention von Vergiftungsunfällen im Kindesalter, etwa die Entwicklung von Prüfverfahren für kindersichere Verpackungen und Verschlüsse, wurden von der VIZ durchgeführt.

Bis zum Jahr 2000 wurde die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg ausschließlich aus dem Etat der Universität finanziert. Seit 2001 beteiligt sich das Land Baden-Württemberg an einer anteiligen Finanzierung. Die Landesregierung hat sich damit bewusst dafür entschieden, diese Einrichtung im Land zu erhalten und möchte daran auch nichts ändern, so Ministerin Gönner. Die Vergiftungs-Informations-Zentrale schaut damit in eine sichere Zukunft, mit einem guten Angebot für die Bürger Baden-Württembergs.

 

Kontakt:

Dr. Maren Hermanns-Clausen

Leiterin der Vergiftungs-Informations-Zentrale am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg

Tel.: 0761/ 270-4361

E-Mail: maren.hermanns-clausen@uniklinik-freiburg.de

 

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