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Viagra einmal anders eingesetzt

Wirkstoff Sildenafil hilft auch bei Pfortaderhochdruck

Freiburg, 21.04.2008

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben herausgefunden, dass der Viagra-Wirkstoff Sildenafil zur Therapie des Pfortaderhochdrucks eingesetzt werden kann. Der Pfortaderhochdruck ist meist eine Komplikation chronischer Lebererkrankungen.

Die Pfortader  transportiert das venöse Blut aus den Verdauungsorganen des Magen-Darm-Traktes in die Leber. Bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise die Leberzirrhose führen zu einer Behinderung des Blutstroms durch die Leber. Dadurch staut sich das Blut in den zuführenden Blutgefäßen, was dort zu einer Erhöhung des Drucks, dem so genannten Pfortaderhochdruck führt. Das Blut muss sich dann oftmals Umgehungskreislaufe suchen, was zu inneren Krampfadern führen kann. Die Blutung aus diesen Gefäßen gehört zur gefährlichsten Komplikation der Leberzirrhose.

Die Wissenschaftler Professor Dr. Wolfgang Kreisel, Oberarzt der Abteilung Medizin II, und PD Dr. Peter Deibert, Oberarzt der Abteilung Medizin VII, haben entdeckt, dass die so genannten PDE-5-Hemmer, zu denen Sildenafil (Viagra) und auch die Konkurrenzprodukte Vardenafil (Levitra) und Tadalafil (Cialis) gehören, den Pfortaderdruck senken. Dabei haben die eingesetzten Wirkstoffe wesentlich weniger negative Nebenwirkungen als die anderen Medikamente, die man bisher zur Therapie des Pfortaderhochdrucks eingesetzt hat.

„Sildenafil wird seit längerem gegen Lungenhochdruck eingesetzt. Da war es nur eine logische Schlussfolgerung es auch gegen den Pfortaderhochdruck auszuprobieren. Und wenn man sich die dahinter stehende Biochemie anschaut, muss es auch funktionieren“, so Professor Kreisel. Seit Februar 2008 besitzt das Universitätsklinikum Freiburg ein europäisches Patent auf die therapeutische Anwendung von PDE-5-Hemmern bei Pfortaderhochdruck.   

Kontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Kreisel
Innere Medizin II

Tel.: 0761/ 270- 3401 (Pforte der Medizinischen Klinik)

E-Mail: wolfgang.kreisel@uniklinik-freiburg.de
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