Erheblicher Alkoholkonsum in Freiburgs Innenstadt
Ergebnis einer Befragung: Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalt ist eindeutig
Freiburg, 09.07.2008
Ist die Freiburger Innenstadt noch sicher? Ist Alkoholverbot ein geeignetes Mittel, um Gewalt zu unterbinden? Diese Frage beschäftigt momentan die Stadtverwaltung. Um hier gezieltere Aussagen zu ermöglichen, haben Mitarbeiter des Arbeitskreises Suchthilfe Freiburg unter wissenschaftlicher Leitung der psychiatrischen Universitätsklinik mit einem „Freiburger Street-Talk“ in der Freiburger Innenstadt recherchiert. Die Umfrage ist eine nicht repräsentative Stichprobe, vermittelt aber deutliche Hinweise auf die Problemlage.
23 geschulte Interviewer/innen haben dabei am 30.04.2008 abends von 21.00 – 1.00 Uhr zwischen Martinstor, Siegesdenkmal, Rotteckring und Augustinerplatz außerhalb von Kneipen und Diskotheken insgesamt 307 Personen von 15- 65 Jahren interviewt.
Wichtigste Ergebnisse: 93% der Befragten trinken regelmäßig Alkohol beim Ausgehen; die am Abend konsumierten Mengen sind erheblich. Besonders junge Männer im Alter von 15-20 Jahren konsumieren sowohl zu Hause, als auch am Abend viel Alkohol; zwei Drittel bereits, bevor sie in die Stadt gehen. Erschreckend: Bei 50% der Befragten ergeben sich Hinweise auf einen problematischen Alkoholkonsum.
Bei mehr als 90% aller Schlägereien ist Alkohol mit im Spiel. Erstaunlich: Die Mehrheit stimmt restriktiven Maßnahmen zu.
Fazit: Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und
Gewalt ist eindeutig. Untersuchungsleiter Dr. Michael Berner rät
dringend zu präventiven Maßnahmen wie
sie vom AK Suchthilfe erarbeitet wurden (z.B. Schulung von Gleichaltrigen, Präsenz
von Suchtberatern, Alternativangebote, Stadtteilarbeit).
Kontakt
Dr. Michael Berner
Abteilung Psychiatrie und
Psychotherapie
Universitätsklinikum
Freiburg
Tel: 761/270 -6501
Michael.Berner@uniklinik-freiburg.de
