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Vom BMBF geförderte Studie zur Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung ADHS

Fragestellung: Unterstützt die Mitbehandlung von betroffenen Eltern das Therapieergebnis der Kinder?

Freiburg, 25.07.2008

Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter am Universitätsklinikum Freiburg beteiligt sich an einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie zur Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS). Die Studie geht der Frage nach, ob der Behandlungserfolg eines systematischen Trainingsprogramms für Eltern und unter ADHS leidenden Kindern (Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten, THOP) dadurch gesteigert werden kann, dass die ebenfalls von ADHS betroffenen Mütter mitbehandelt werden.

Die am Freiburger Universitätsklinikum gemeinsam von der Kinderpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie durchgeführte Studie wird von Prof. Dr. Eberhard Schulz, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie, geleitet.

Anlass für die Vermutung, dass eine Mitbehandlung von betroffenen Eltern die Behandlung der Kinder mit ADHS positiv beeinflusst, geben die Ergebnisse des englischen Psychologen und Forschers Dave Daley von der University of Wales in Bangor. Dieser hat nachgewiesen, dass die Wirkung der prinzipiell erfolgreichen Trainingsprogramme deutlich geringer ist, wenn die Haupterziehungs­person ebenfalls an einer ADHS leidet.

Im Rahmen der Studie wird - nach der ausführlichen Diagnostik von Mutter und Kind - zunächst die betroffene Mutter über einen Zeitraum von drei Monaten behandelt. Dabei werden zwei unterschiedliche Behandlungsformen miteinander verglichen. Eine der beiden Behandlungsformen beinhaltet auch eine medikamentöse Therapie. Die Zuordnung der Mütter in die jeweilige Behandlungsgruppe erfolgt zufällig. An die Behandlung der Mutter schließt sich das systematische Trainingsprogramm für Eltern und Kinder (THOP) an, das ebenfalls über drei Monate durchgeführt wird. Im Anschluss an diese beiden intensiven Therapiephasen finden noch vereinzelte Termine statt, sodass sich die Studiendauer insgesamt über etwa ein Jahr erstreckt.

Die Behandlung des ADHS-Kindes wird während der Studie genauso fortgeführt wie bisher. Damit kann sichergestellt werden, dass durch diese Studie keine Nachteile für das Kind entstehen.

An der Studie interessierte Familien können sich in der Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Freiburg melden, unter 0761/270-6873 (Stichwort „Mutter-Kind-Studie“).

Kontakt:
Prof. Dr. Eberhard Schulz
Dr. Klaus Hennighausen
Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter
Tel.: 0761/270-6555
E-Mail: eberhard.schulz@uniklinik-freiburg.de
klaus.hennighausen@uniklinik-freiburg.de
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