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Jetzt geht’s los! Ein Traum wird wahr!

Heute startet der Large Hadron Collider (LHC) im CERN mit Beteiligung Freiburger Wissenschaftler

Freiburg, 10.09.2008

Die Teilchenphysiker in Freiburg warten gespannt auf den Start des Large Hadron Collider (LHC). Heute, am 10. September 2008, wird der Teilchenbeschleuniger eingeschaltet. Nach langer Bauzeit sollen an diesem Tag zum ersten Mal Protonen im 27 Kilometer großen Ring herumkreisen. Der LHC ist der größte Teilchenbeschleuniger, der je gebaut wurde. Von ihm erhoffen sich die Physiker lang ersehnte Antworten auf wichtige Fragen zur Natur: Was ist die Ursache der Masse der Elementarteilchen, was sind die kleinsten Bausteine der Materie, wie hat sich das Universum kurz nach dem Urknall entwickelt, woraus besteht die dunkle Materie im Weltall,  gibt es mehr als drei Raumdimensionen? Mit dem LHC beginnt eine neue Ära in der Physik, unabhängig davon, ob die favorisierten Theorien bestätigt werden oder ob die Natur in den Messungen unerwartete Überraschungen präsentiert.

Die Forschergruppen der Professoren Gregor Herten und Karl Jakobs der Universität Freiburg arbeiten seit Jahren an der Vorbereitung der Datennahme mit dem größten Experiment am LHC, dem so genannten ATLAS Experiment. Die Freiburger Wissenschaftler entwickelten und stellten neuartige Sensoren für die Vermessung der Teilchenreaktionen her. In den nächsten Wochen werden diese Nachweisgeräte ihre Feuerprobe bestehen müssen. Die Freiburger Wissenschaftlerin Stephanie Zimmermann, die für die Datennahme des ATLAS Detektors am CERN mitverantwortlich ist, sagt: „Der ATLAS Detektor ist in sehr gutem Zustand und bereit für die Datennahme. Nach vielen Jahren harter Arbeit  wird nun ein Traum wahr.“

Bei mehr als hundert beteiligten Instituten am ATLAS Experiment, darunter alle bedeutenden Universitäten weltweit, gehört das Freiburger Team zu den führenden Gruppen, sowohl bei der Entwicklung der Nachweisgeräte als auch bei den Führungspositionen im Experiment und bei der Vorbereitung der Physikanalysen. Mit dem Graduiertenkolleg Physik an Hadronenbeschleunigern, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit drei Jahren in Freiburg fördert, verfügt die Physik über ideale Voraussetzungen für die Datenanalyse am LHC.

Viele Diplomanden, Doktoranden und Wissenschaftler schreiben seit Monaten Computerprogramme, mit denen die Daten nach neuen Effekten und neuen Teilchen untersucht werden sollen, was teilweise der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich kommt. Die Programme wurden bisher mit simulierten Daten getestet und optimiert. Nun müssen sie ihre Tauglichkeit in der Auswertung der ersten Messdaten beweisen. „Wir arbeiten mit an einer möglichen Jahrhundertentdeckung“, so Janet Dietrich, Doktorandin und Expertin für die Suche nach so genannten supersymmetrischen Teilchen. Aufgrund ihrer Forschungsergebnisse weisen die CERN-Wissenschaftler die mitunter geäußerte These zurück, dass der LHC stabile kleine Schwarze Löcher produziere, die die Erde vernichten könnten. In der natürlich vorkommenden kosmischen Strahlung gebe es ständig Teilchenreaktionen mit viel höherer Energie als am LHC.  Unabhängig von jeder Theorie sei damit die Existenz von stabilen kleinen Schwarzen Löchern ausgeschlossen und entbehre jeder physikalischen Grundlage, so die Freiburger Forscher.

Weitere Details zum Start des LHC, dem aktuellen Stand und zur weiteren Entwicklung des Projektes wird Professor Gregor Herten in einem Vortrag am

Dienstag, den 23. September 2008,
um 17:00 Uhr
im Planetarium Freiburg, Bismarckallee 7G,

erläutern.

Weitere Informationen:
CERN: http://public.web.cern.ch/Public/Welcome.html
LHC: http://public.web.cern.ch/public/en/LHC/LHC-en.html
ATLAS Experiment: http://atlasexperiment.org/concerns.html
Informationen des CERN zum Start des LHC: http://lhc-first-beam.web.cern.ch
Veranstaltungen in Deutschland zum LHC Start: http://www.weltmaschine.de


Kontakt:

Prof. Gregor Herten

Institut für Physik, Universität Freiburg

Hermann-Herder-Str.3

Tel.: 0761/203-5757

Fax: 0761/203-5938

E-Mail: herten@uni-freiburg.de

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