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Dank für Hilfe und Spendenbereitschaft: Magali kehrt gesund in ihre Heimat zurück

Operation der jungen Journalistin aus Paraguay erfolgreich

Freiburg, 28.11.2008

Dank für Hilfe und Spendenbereitschaft: Magali kehrt gesund in ihre Heimat zurück

Prof. Passlick, Magali Casartelli und Dr. Elze. (v.l.n.r.)

Als die 24-jährige Magali Casartelli aus Paraguay am 1. Oktober ihre Heimat verließ, litt sie an einer lebensbedrohlichen Erkrankung: Ein Karzinoidtumor der Lunge, lokal bösartig aber ohne Tendenz zu Fernmetastasen, war die Ursache für die Lungenentzündungen, die die junge Frau seit einem Jahr trotz Antibiotikatherapien immer wieder heimsuchten. Über einen privaten Kontakt kam Magali nach Freiburg, wo sie am Universitätsklinikum und bei den Bürgern Freiburgs und der Region die für ihr Überleben notwendige Hilfe fand. Am 1. Dezember wird sie gesund in ihre Heimat zurückkehren.

Der Kontakt nach Freiburg kam über das Ehepaar Immen zustande, Gründer der Gesellschaft Staufen-Paraguay e.V., die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder in Paraguay in ihrer Bildungsentwicklung zu unterstützen. Die junge Journalistin Magali unterrichtet im Rahmen eines Projektes der Gesellschaft ehrenamtlich fünf Kinder eines Armenviertels. Bei dem Besuch einer Gruppe von 23 Mitgliedern des Vereins in Paraguay, erfuhren diese von der lebensbedrohenden Erkrankung der jungen Frau und handelten spontan. Über die Vermittlung des Staufener Arztes Dr. Stefan Osche nahmen sie Kontakt zum Universitätsklinikum auf.


Der Tumor war bei einer Lungenspiegelung in Paraguay entdeckt worden. Aus Sicht der dortigen Experten war Magali praktisch nicht behandelbar, eine Operation hielt man für unmöglich. Prof. Dr. Bernward Passlick, Ärztlicher Direktor der Abteilung Thoraxchirurgie, und Oberärztin Dr. Mirjam Elze untersuchten die junge Frau und waren sofort bereit, „den Fall“ zu übernehmen, ohne ein Honorar zu verlangen. Um die darüber hinaus anfallenden Kosten von Behandlung und Aufenthalt im Klinikum decken zu können, wurde ein Spendenaufruf über die Medien gestartet.

Am 2. Oktober spiegelten die Ärzte die Lunge der jungen Frau und konnten dabei mittels Lasertechnologie bereits große Teile des Tumors, der den Zwischenbronchus verschloss, abtragen. Die dahinter liegenden Lungenteile konnten nun wieder mit Luft versorgt werden und die bestehenden Lungenentzündungen abheilen. Am 28. Oktober wurde es für Magali ernst. In einer aufwändigen Operation, die weltweit bisher nur wenige Male durchgeführt wurde, gelang es, nur den Tumor tragenden Anteil des rechten Zwischenbronchus zu entfernen, ohne dass gesunde Lungenbronchien hätten operiert werden müssen. Alle Lungenlappen konnten erhalten werden, sodass die Patientin auch langfristig keinen Luftverlust erleiden muss.

Die Operation ist gut verlaufen, das hat die Kontroll-Lungenspiegelung bestätigt, die vollkommen reizlose Narbenverhältnisse offenbarte. Magali geht es recht gut, sie macht lange Spaziergänge und hat viele Kontakte mit neuen Bekannten. Sie freut sich aber auch auf ihr Zuhause. Wenn Magali am 1. Dezember in ihre Heimat zurückkehrt, kann sie unbeschwert in die Zukunft schauen, denn ein Wiederkehren des Tumors oder andere Probleme sind aus Sicht der Ärzte kaum zu erwarten.

Magali hat in Deutschland große Solidarität erfahren. Das Klinikum erhebt nur einen Teil der tatsächlich entstandenen Kosten, die behandelnden Ärzte verzichteten auf ihre Honorare und mehr als 220 Menschen haben auf den Spendenaufruf reagiert. Mit dem gespendeten Geld können voraussichtlich alle Kosten im Zusammenhang mit der Behandlung gedeckt werden, auch die für die medizinische Nachsorge in ihrer Heimat Paraguay.

Die junge Journalistin bedankt sich bei allen, die sie unterstützt haben in einem persönlichen Brief.

Auch in der Heimat haben Journalisten und Freunde über Benefizveranstaltungen und Solidaritätstreffen Geld für Magali gesammelt und konnten dadurch die Kosten für die Flüge decken. Und auch im Armenviertel, in dem Magali Kinder unterrichtet, wurde für sie gesammelt. Die Familien, die an manchen Tagen kaum genug zu essen haben, haben mehr als 60 Euro für die Behandlung von ihrer Magali beigesteuert.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Bernward Passlick
Ärztlicher Direktor der Abteilung Thoraxchirurgie
Tel.: 0761/270-2457
E-Mail: bernward.passlick@uniklinik-freiburg.de

Dina Martinez Immen und Bernd Immen

Gesellschaft Staufen-Paraguay e.V.
Tel.: 07633 / 801966
E-Mail: bernd@immen.de

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