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Falsches Medikament hätte lebensbedrohliche Folgen haben können

Informationen der Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg

Freiburg, 15.01.2009

Gestern wurde in einer Apotheke in Schwäbisch Gmünd-Herlikofen einer Kundin versehentlich 100 Gramm Alaun ausgehändigt. Das Abgabegefäß wurde mit „Glaubersalz“ beschriftet. Nachdem das Sozialministerium Baden-Württembergs eine Pressemitteilung herausgegeben hatte, konnte die Kundin ausfindig gemacht werden.

Die Fehlabgabe hätte potentiell zu lebensbedrohlichen Konsequenzen führen könne, da Alaun bereits bei Einnahme von zwei Gramm tödlich wirken kann. Glaubersalz dagegen wird als Abführmittel verwendet und in einer Dosierung von 20 Gramm eingenommen.

Alaun ist ein Salz, das in wässriger Lösung stark sauer reagiert. Medizinisch genutzt wird Alaun als wässrige Lösung, zum Beispiel als ein-prozentige Lösung zur Schleimhautbehandlung, zwei bis zehn prozentige Lösung für die Anwendung an der Haut. Die Lösungen wirken reizend bis ätzend. Es kommt zu Verätzungen  der Mundschleimhaut, wenn  zwei prozentige wässrige Lösungen getrunken wurden.  Zudem gibt es  Berichte über Kinder, die  zwei bis vier Gramm durch konzentrierte Lösungen oder festes Alaun zu sich genommen haben und verstorben sind.

In selbstgemachter Knetmasse wird Alaun als Feuchthaltemittel zugesetzt, in der Regel etwa  20-40 g/kg Knete. Außerdem enthält die Masse Kochsalz, Mehl und etwas Wasser. Sie kann schleimhautreizend wirken und schmeckt scheußlich. Mit schweren Gesundheitsschäden durch Alaun in der fertigen Knetmasse ist aber nicht zu rechnen. Wenn die Kinder größere Mengen (mehr als ein Teelöffel) dieser Knete essen, kann allerdings die Salzbelastung ein Problem sein. In so einem Fall sollte ein Giftinformationszentrum kontaktiert werden, um Dosis und Umstände zu klären und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.

Vergiftungs- Informations- Zentrale Freiburg 0761 – 19240 (rund um die Uhr)


Kontakt:
Dr. Uwe Stedtler

Vergiftungs- Informations- Zentrale Freiburg
Tel.: 0761/270- 4382
E-Mail: uwe.stedtler@uniklinik-freiburg.de


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