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Schnelle Hilfe für Menschen mit Depressionen in Freiburg und Südbaden

Universitätsklinikum und DAK mit neuem Behandlungskonzept

Freiburg, 21.01.2009

Depressionen zählen neben Angststörungen und Suchterkrankungen zu den Volkskrankheiten. Immer mehr Menschen geraten in schwere Lebenskrisen und entwickeln eine Depression. Bundesweit sind nach Expertenschätzung aktuell etwa drei Millionen Menschen betroffen. Auch in der Region Freiburg waren im Jahr 2008 über 10.000 Personen wegen einer depressiven Störung krank geschrieben, allein die DAK verzeichnete knapp 1.000 Krankheitsfälle und 170 stationäre Krankenhausbehandlungen. Werden die Probleme zu spät erkannt und unzureichend behandelt, kann sich dies, wie wissenschaftliche Studien belegen, negativ auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirken und die Depression chronifizieren. Die Rückfallquote im ersten Jahr liegt ohne adäquate Nachsorge bei bis zu 40 Prozent.


Dass es auch anders geht, zeigt nun ein neues DAK-Behandlungskonzept mit dem Universitätsklinikum in der Region Freiburg und Südbaden. Hier arbeiten ab sofort auf Grundlage eines Vertrages zur Integrierten Versorgung Hausärzte,  Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und das Universitätsklinikum bei Diagnostik, Therapie und Betreuung optimal abgestimmt zusammen. Neben verbesserten Therapieverläufen und Vermeidung von Rückfällen ist die geringe Wartezeit von maximal 14 Tagen bei niedergelassenen Nervenärzten oder bei notwendigen Klinikbehandlungen ein entscheidender Vorteil für die Patienten.

„Ein großer Teil der Betroffenen erhält immer noch keine angemessene Behandlung bei der Hausärzte, Fachärzte und Klinik engstens zusammenarbeiten, obwohl psychische Erkrankungen in der Region Freiburg im vergangenen Jahr um elf Prozent zugenommen haben“, sagt DAK-Vertragschef Wolfgang Kemmer. „Unser Ziel ist es, längere Klinikaufenthalte zu vermeiden, die Betroffenen schnellstmöglich wieder fit für Familie und Job zu machen und damit insgesamt die Lebensqualität zu erhöhen.“ Das neue Programm sieht je nach Schwere der Erkrankung mehrere Therapiebausteine vor – unter anderem ambulante Einzel- oder Gruppentherapien und eine stationäre Behandlung auf einer Spezialstation für Depressionen.  Zu den weiteren Angeboten zählen spezifische psychotherapeutische Angebote, Sozialberatung und ergotherapeutische Angebote.

„Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, für die es wirksame Therapien gibt“, sagt Prof. Dr. Mathias Berger, Ärztliche Direktor der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Das tückische an einer Depression sei, dass Erkrankte oftmals alleine nicht erkennen, an einer Depression zu leiden, sondern Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und körperliche Beschwerden wahrnehmen ohne einen Ausweg aus ihrer Situation finden zu können. „Wird wie in dem neuen DAK-Modell frühzeitig gehandelt, kann den betroffenen Menschen geholfen und die Gefahr eines Rückfalls oder eines chronischen Verlaufs deutlich gesenkt werden. Gerade bei Depressionen sind die Erfolgsaussichten einer spezifischen zwischen Haus-, Fachärzten und Klinik abgestimmten Behandlung besonders hoch“, betont Professor Berger.
Die Therapien finden überwiegend ambulant und in der Nähe des Wohnortes der Patienten statt. Das hilft den Patienten bei der Umsetzung im Alltag und fördert einen stabilen Behandlungserfolg. Oberstes Ziel dabei ist, durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung einen chronischen Verlauf der Depression zu verhindern und Rückfälle zu vermeiden. Eine Besonderheit des neuen DAK-Angebotes ist auch die ambulante Komplexbehandlung, bei der Patienten als Alternative zu einer stationären Behandlung stundenweise am Behandlungsprogramm der Klinik teilnehmen können. Für die Patienten, die unter chronischer Depression leiden, gibt es ein störungsspezifisches ambulantes Therapieprogramm. Generell gilt: Die gesamte Behandlung wird nach wissenschaftlich begründeten Leitlinien durchgeführt. Das soll langfristige und stabile Behandlungserfolge sicherstellen.

„Anzeichen für eine Depression sind die ihr eigene depressive Stimmung, Interessensverlust und verminderter Antrieb. Hinzu können andere Symptome wie Schuldgefühle, Schlafstörungen, Appetitverlust, verminderte Konzentrationsfähigkeit und negative Zukunftsgedanken kommen“, so Prof. Dr. Ulrich Voderholzer, leitender Oberarzt am Universitätsklinikum. Durch das neue Behandlungskonzept mit der DAK sieht auch er große Vorteile für die Betroffenen: „Wir wollen die Lebensqualität insgesamt verbessern und längere Arbeitsunfähigkeitszeiten der Patienten verhindern“.

DAK-Vertragschef Wolfgang Kemmer kündigte an, trotz der am Jahresende  ausgelaufenen Anschubfinanzierung die integrierte Versorgung in Baden-Württemberg auszubauen und weitere innovative, qualitätsgesicherte Konzepte zu entwickeln. „Mit Einführung des einheitlichen Beitragssatzes verzeichnen wir ein deutliches Kundenwachstum, weil nun Qualitätsangebote und Service bei der Kassenwahl entscheidend sind“, sagt Kemmer.

Kontakt:
Prof. Dr. Mathias Berger
Ärztlicher Direktor Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie
Tel.: 0761/270- 6505
E-Mail: mathias.berger@uniklinik-freiburg.de


DAK Pressestelle
Daniel Caroppo
Tel.: 0711-6457-115
E-Mail: Daniel.Caroppo@dak.de

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