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Verfahren gegen Prof. Friedl durch Vergleich abgeschlossen -

Friedl erhält Abfindung - Beamtenverhältnis wird beendet

Freiburg, 24.02.2009


Die Albert-Ludwigs-Universität, das Universitätsklinikum Freiburg und Professor Dr. Hans-Peter Friedl haben sich darauf verständigt, das Dienstverhältnis sowie alle anhängigen Verfahren gegen eine Abfindungszahlung zu beenden. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat dem Vergleich zugestimmt.

Professor Friedl war seit Herbst 1997 Inhaber der Professur für Unfallchirurgie an der Universität Freiburg und Leiter der Abteilung Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. Er war Beamter auf Lebenszeit des Landes Baden-Württemberg.

Im Februar 2003 verurteilte das Landgericht Freiburg den Arzt wegen fahrlässiger Körperverletzung in drei Fällen und einer vorsätzlichen Körperverletzung zu einer Geldstrafe. Die vorsätzliche Tatbegehung stützte das Gericht auf den Vorwurf, Professor Friedl habe einen Patienten vor der Operation nicht ausreichend aufgeklärt. Die Operation selbst sei nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt worden. Der Patient habe „keine Gesundheitsbeeinträchtigung erlitten“. Das Strafurteil wurde vom Bundesgerichtshof als rechtsfehlerfrei bestätigt.

Professor Friedl war seit dem Jahr 2000 suspendiert und nicht mehr für die Leitung der Abteilung Unfallchirurgie zuständig. Er war auch in sonstiger Weise nicht mehr für das Universitätsklinikum ärztlich tätig. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg durften dem Beamten die Dienstbezüge jedoch nicht gekürzt werden, weil eine Dienstentfernung im Disziplinarverfahren zweifelhaft erschien.

Nach dem rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens wurden die disziplinarrechtlichen Ermittlungen fortgeführt. Der im Disziplinarverfahren eingesetzte untersuchungsführende Richter hat in einem umfangreichen Zwischenbericht dargelegt, dass die gegen Professor Friedl erhobenen Vorwürfe aller Voraussicht nach nicht zu einer Entfernung aus dem Dienst führen werden. Diese Erkenntnis sowie die Ungewissheit über den Ausgang der verschiedenen gerichtlichen Verfahren haben alle Beteiligten dazu bewogen, mit Zahlung einer Abfindung von 1,98 Mio. EURO alle noch anhängigen gegenseitigen Auseinandersetzungen abzuschließen. Professor Friedl wird aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden.


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