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Strenge Qualitätskriterien an Kliniken garantieren hohe Überlebenserwartung bei Krebspatientinnen

Mit der Auszeichnung als „Gynäkologisches Krebszentrum“ erhält die Frauenklinik des Universitätsklinikums Freiburg nach dem europäischen auch das deutsche Qualitätssiegel

Freiburg, 08.05.2009

Die Versorgungsqualität von gynäkologischen Krebspatientinnen ist sehr unterschiedlich. Nur 25 Prozent der Eierstockkrebspatientinnen in Deutschland erhalten die bestmögliche Therapie. Nun hat die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) genaue Vorgaben zur Qualität der Behandlung erarbeitet. Kliniken, welche die strengen Kriterien erfüllen, erhalten eine Zertifizierung als „Gynäkologisches Krebszentrum“. Die Freiburger Universitäts-Frauenklinik wurde am 16. April 2009 als eine der ersten Kliniken in Deutschland zertifiziert – am 8. Mai, wurde das Zertifikat offiziell übergeben.

Für das Uniklinikum Freiburg hat Prof. Dr. Annette Hasenburg, Leitende Oberärztin der  Universitäts-Frauenklinik, den Prozess der Zertifizierung betreut. Sie selbst hat die zweijährige gynäkologisch-onkologische Zusatzausbildung am Baylor College, in Houston, Texas  absolviert, als es diese in Deutschland noch nicht gab. „Hinter jeder Therapie steht das Leben einer Frau“, so Prof. Hasenburg, „ich freue mich deshalb sehr, dass wir in der Universitäts-Frauenklinik diese sehr hohen Therapiestandards im Sinne unserer Patientinnen umsetzen und somit für eine optimale Behandlung sorgen können.“

Die strengen Vorgaben schreiben eine sorgfältigste Behandlungsstruktur vor: Der inhaltliche, zeitliche und personelle Rahmen ist genau festgelegt. Er orientiert sich an den zurzeit optimalen Behandlungsmöglichkeiten, denn seit Längerem ist bekannt, dass bei optimaler Behandlung mit spezialisierten OperateurInnen, individuell zugeschnittener Chemotherapie und guter Vor- sowie Nachsorge die Überlebensrate der Patientinnen dreimal höher ist wie die jener Frauen, die an Krankenhäusern ohne „optimale“ Therapie behandelt wurden. Den durchschlagenden Erfolg der optimalen Behandlung macht das Prädikat „Gynäkologisches Krebszentrum“ nun sichtbar.

Die enge Vernetzung aller Beteiligten an „Gynäkologischen Krebszentrum“ ist ein bedeutsamer Erfolgsfaktor. Das vorgeschriebene Netzwerk, das wöchentlich zu einer Tumorkonferenz zusammenfinden muss, umfasst neben Fachkräften der Gynäkologie auch solche aus Intensivmedizin, Anästhesie, Pathologie, Hämatologie, Genetik, Strahlen- und Chemotherapie. Des Weiteren gehören dem Behandlungsteam Psychologinnen und Psychologen mit psychotherapeutischer und psychoonkologischer Fortbildung, onkologisch geschultes Fachpersonal in der Pflege und Physiotherapie sowie Selbsthilfegruppen, Sozialdienste und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an. Alle Behandelnden qualifizieren sich fortdauernd weiter.

Professor Dr. Gerald Gitsch, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik, hat als Präsident der Europäischen Gesellschaft für gynäkologische Onkologie (ESGO) maßgeblich an den Voraussetzungen für die Zertifizierung in Deutschland und Europa mitgewirkt. „Eine Operation im Oberbauch der Patientin stellt sehr hohe Anforderung an den Operateur/die Operateurin. Die spezielle Ausbildung als Gynäkologischer Onkologe/Onkologin, die wir auch in Freiburg anbieten, sowie die große Erfahrung der Ärztinnen und Ärzte an Gynäkologischen Krebszentren sind Kernpunkte einer erfolgreichen Behandlung. Ich freue mich sehr darüber, dass von Freiburg ausgehend die Initiative zu einer enormen Qualitätssteigerung in der gynäkologischen Onkologie in Europa und in weiterer Folge in Deutschland ausgegangen ist“, so Professor Gitsch.

In den ersten drei Jahren nach der Zertifizierung muss jedes Gynäkologische Krebszentrum mindestens 75 behandelte genitale Krebsfälle pro Jahr nachweisen; bei der Rezertifizierung nach drei Jahren müssen es mindestens 100 Fälle jährlich sein.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerald Gitsch
Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik
Tel.: 0761/270-3024
E-Mail: gerald.gitsch@uniklinik-freiburg.de


Prof. Dr. Annette Hasenburg
Leitende Oberärztin und Zentrumskoordinatorin
Tel.: 0761/270-2944/3168
Fax: 0761/270-2943
E-Mail: annette.hasenburg@uniklinik-freiburg.de