Je gesünder, desto schwärzer
Wissenschaftler der Universität Freiburg wiesen nach, dass sich männliche Mönchsgrasmücken bewusst gesund ernähren.
Freiburg, 07.07.2009
Die
männlichen Vertreter der Singvögel Mönchsgrasmücke wissen, womit sie Weibchen
beeindrucken können: Mit einem gesunden Immunsystem. Dass sie zu diesem Zweck
gewisse Futterpräferenzen entwickeln, wiesen die beiden Wissenschaftler Dr. H. Martin Schaefer und Dr. Carlo Catoni von der Fakultät für Biologie I der
Albert-Ludwigs-Universität nach. Ihre Forschungen, die sie gemeinsam mit Dr.
Anne Peters vom Max-Planck-Institut für Ornithologie durchführten,
wurden im renommierten Journal
of Evolutionary Biology veröffentlicht.
Männliche Mönchsgrasmücken können ihren guten Gesundheitszustand durch
ihr Gefieder zum Ausdruck bringen: Wenn sie besonders schwarze Kopffedern haben
demonstrieren sie damit, dass sie über ein robustes Immunsystem verfügen. Die
Farbe der Federn wird durch so genannte Flavonoide bestimmt. Dies sind Stoffe,
die freie Radikale binden und dadurch das Immunsystem stärken.
Vor die Wahl gestellt zwischen normalem und mit Flavonoiden angereichertem
Futter entschieden sich die männlichen Mönchsgrasmücken in einem Versuch für
das gesündere – mit Flavonoiden. Erkennen können die Vögel die gesunde Kost an
der dunklen Farbe. Flavonoide kommen besonders in dunklem Obst vor – etwa in
Brombeeren oder Heidelbeeren. Die dunklen Stoffe können bei den Männchen im
Gefieder eingelagert werden und dadurch ihr gesundes Immunsystem nach Außen
signalisieren.
Kontakt:
Dr. H. Martin Schaefer
Institut für Biologie I
Tel.: 0761/203-2531
Fax: 0761/203-2544
E-Mail:
martin.schaefer@biologie.uni-freiburg.de
