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Leopoldina würdigt Lebenswerk zweier Freiburger Mitglieder mit Cothenius-Medaille

Prof. Karl Decker und Prof. Eduard Seidler geehrt

Freiburg, 07.10.2009

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften ehrt zwei Professoren der Universität Freiburg mit der Cothenius-Medaille in Gold: Prof. Dr. Karl Decker vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie und Prof. Eduard Seidler vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin. Sie erhalten die Auszeichnung für ihr wissenschaftliches Lebenswerk. Die Medaillen wurden im Rahmen der Feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung in Halle (Saale) überreicht.


Prof. Dr. Karl Decker, forschte zur Rolle von Coenzym A bei der ß-Oxidation von Fettsäuren. Er verfasste dazu 1959 ein Buch, das noch heute als Standardwerk gilt: „Die aktivierte Essigsäure: Das Coenzym A und seine Acylderivate im Stoffwechsel der Zelle“. Der heute 84-jährige beschäftigte sich in den Vorarbeiten zu seiner Habilitation (1961) der Frage der Evolution von Enantiozymen zu. Seine Erkenntnisse prägen die Vorstellungen von konvergenter Evolution bis heute und seine Untersuchungen zum Energie- und Baustoffwechsel von strikt anaeroben Bakterien waren Pionierarbeiten auf diesem Gebiet. Später wandte sich Karl Decker auch medizinischen Fragestellungen zu. Ihn faszinierte, wie es zu einem konstanten Cholesterinspiegel im Serum von Mensch und Tier kommt und welche Faktoren die Ausbildung der Leberhepatitis bedingen. Er revolutionierte durch Untersuchungen dieses Gebiet, was ihm hohe internationale Anerkennung einbrachte. Er ist seit 1976 Mitglied der Leopoldina-Sektion Biochemie und Biophysik.


Prof. Dr. Eduard Seidler studierte Medizin in Mainz, Paris und Heidelberg und promovierte 1953. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde. Der heute 80-jährige interessierte sich für die Geschichte der Medizin, weswegen er ein Begleitstudium der Geschichte absolvierte. Nach der Habilitation über die Heilkunde des ausgehenden Mittelalters nahm er 1967 der Ruf auf den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg an. Weitere Arbeitsgebiete Eduard Seidlers waren unter anderem die Geschichte der Kinderheilkunde, die Geschichte der Krankenpflege und die Medizin im Nationalsozialismus. Er genießt national wie international hohes Ansehen. Sein Lebenswerk ist durch ein kreatives Zusammenführen von historischen, anthropologischen und ethischen Fragestellungen gekennzeichnet. Eduard Seidler ist seit 1991 Leopoldina-Mitglied in der Sektion Wissenschafts- und Medizingeschichte.

Zur Cothenius-Medaille: Die goldene Cothenius-Medaille geht auf eine Stiftung des Leopoldina-Mitglieds und Leibarztes des Preußenkönigs Friedrich II, Christian Andreas von Cothenius (1708-1789), zurück und wurde 1792 zum ersten Mal verliehen. Seit 1954 vergibt die Leopoldina diese Medaille für das herausragende wissenschaftliche Lebenswerk in der Regel an Mitglieder der Akademie.

 

Weitere Informationen zur Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina stehen unter: www.leopoldina-halle.de.