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Kernpartner in neuem Forschungsverbund

Signalforscher der Universität Freiburg beteiligen sich am Institut „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“

Freiburg, 23.02.2017

Kernpartner in neuem Forschungsverbund

Prorektor Prof. Dr. Jürgen Rühe (vorne, rechts) und Prof. Dr. Prasad Shastri (hinten, Zweiter von rechts) bei der Unterzeichnung für ein neues Helmholtz Virtuelles Institut in Berlin (Foto: Bernd Wannenmacher)

Ein neues Helmholtz Virtuelles Institut (HVI), in dem die Universität Freiburg Kernpartner ist: Das HVI „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“ ist am 19. Dezember 2011 an der Freien Universität Berlin eröffnet worden. Ziel des Instituts ist es, Wechselwirkungen zwischen Proteinen und polymeren Biomaterialien zu untersuchen. Kernpartner sind neben den beiden Universitäten das federführende Helmholtz-Zentrum Geesthacht in Teltow und das Helmholtz-Zentrum Berlin. Assoziierte Partner sind die Universität Harvard in Cambridge/USA, die Universität Tokyo/Japan und die Sichuan-Universität in Chengdu/China. Hinzu kommen Fresenius Medical Care und Mivenion als Industriepartner. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert das Institut in den kommenden fünf Jahren. „Das HVI ist ein Meilenstein für unsere Partnerschaften. Es kombiniert die Stärken der Universität Freiburg in der Polymerwissenschaft, Zellbiologie und Signalwissenschaft mit denen unserer Partnerinstitutionen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Rühe, Prorektor für Internationalisierung und Technologietransfer, bei der Eröffnung.

Für moderne medizinische Therapien ist oft der Einsatz multifunktionaler Biomaterialien erforderlich. Dabei kann es sich zum Beispiel um Implantatmaterialien im Körper handeln, um Träger von Wirkstoffen oder um Materialien, die in Kontakt mit Körperflüssigkeiten außerhalb des Körpers stehen, etwa Membranen bei der Dialyse. Die Wechselwirkungen zwischen körpereigenen Proteinen und diesen Biomaterialien können allerdings die Eigenschaften und das Verhalten der Materialien grundlegend verändern. Oft bilden körpereigene Proteine zum Beispiel eine feste Schicht auf der Oberfläche von Biomaterialien. Sie beeinflussen damit biologische Reaktionen, lösen sie aus oder bestimmen, wie Zellen aneinander haften.

Prof. Dr. Prasad Shastri, Institut für Makromolekulare Chemie und Zentrum für Biologische Signalstudien (BIOSS) der Universität Freiburg, leitet am HVI gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Lendlein vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht ein Forschungsprojekt zur Reparatur von Knorpelschäden mit körpereigenem Material. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Materialeigenschaften von Hydrogelen, also von Polymeren, die Wasser enthalten, aber wasserunlöslich sind. Die Gele werden in den Körper eingesetzt und haben die Eigenschaft, dass sich körpereigene Zellen, die in die Polymere hineinwandern, zu Knorpelzellen entwickeln. Diese Knorpelzellen wachsen nach einer Transplantation gut an geschädigte Gelenke an, werden nicht abgestoßen und tragen damit zur Regeneration bei. Ziel ist es, unterschiedliche Hydrogele auf ihre Eignung für diesen Therapieansatz zu untersuchen. Künftig könnte die Methode zum Beispiel bei Verletzungen an Gelenken oder bei Arthrose zum Einsatz kommen.


Kontakt:
Prof. Dr. V. Prasad Shastri
Institut für Makromolekulare Chemie
Zentrum für Biologische Signalstudien (BIOSS)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6268
E-Mail: prasad.shastri@bioss.uni-freiburg.de