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Die Kunst und das Ich

Eine Ausstellung zeigt Freiburger Studierende im Porträt – erkennen sie sich auf den Bildnissen wieder?

Freiburg, 03.02.2020

Im Institutsviertel, im Café Europa, in der Technischen Fakultät: An all diesen Orten fertigte die Künstlern Evelyn Höfs auf einem Tablet Bilder von Studierenden an. Die bunten Porträts sind bis zum 19. März 2020 im Erdgeschoss der Universitätsbibliothek zu sehen. Höfs nennt die Ausstellung eine „Hommage an die Studierendenstadt Freiburg“ – doch erkennen sich die Modelle auf den Bildnissen wieder? Franziska Heinzler hat zwei Porträtierte gefragt.


Zeichnung: Evelyn Höfs, Foto: Harald Neumann

„Als Evelyn mich gezeichnet hat, wurde ich von allen Seiten angeschaut, wir waren ja in einem öffentlichen Raum. Das war mir ein bisschen peinlich. Und es war auch anstrengend, 75 Minuten stillzuhalten. Außerdem wusste ich bis zum Ende nicht, wie das Porträt aussieht. Wenn ich weiter entfernt stehe, erkenne ich durchaus eine Ähnlichkeit. Schaue ich allerdings genauer hin, wird es schwieriger. Das Gesicht finde ich beispielsweise nicht so gut, hätte es aber selbst nicht besser hinbekommen. Dafür ist der Künstlerin alles abwärts vom Hals sehr gut gelungen. Die Armhaltung, die Verhältnisse, die Beine, die Jeans, der Oberkörper und der Pulli: Hier erkenne ich mich überall wieder. Nur das Gesicht – da ist mir zu viel Schatten, und auch die Nase ist ein bisschen verdreht.“
Julien Acs

 


Foto: Harald Neumann, Zeichnung: Evelyn Höfs

„Es hat sich sehr schön angefühlt, gezeichnet zu werden. Ich fand es toll, dass ich sozusagen die offizielle Ansage hatte, stillzusitzen und nichts zu tun. Ich habe dabei die anderen Menschen um mich herum beobachtet und auch Evelyn. Sie sah mir direkt in die Augen, und ich blickte zurück. Dieser Austausch war eine schöne Erfahrung. Die Kleidung und die Farben, die Ringe und die Kette sind Evelyn gut gelungen, aber auch im Gesicht erkenne ich mich wieder. Am Anfang war mir der Ausdruck sehr fremd. Ich dachte, dass ich eingeschüchtert wirke, obwohl ich mich während der Sitzung eigentlich entspannt fühlte. Wenn ich nun genauer hinsehe und tiefer in das Bild blicke, wirkt es anders. Es ist schon stimmig.“
Julie Lucas

 

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Informationen zur Ausstellung