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Der Osterhase lebt in der Großstadt

Feldhasen und Wildkaninchen sind auch in Städten anzutreffen: Forschende der Universität Freiburg beobachten das Verhalten von Wildtieren in Siedlungsräumen. Gerade zur Osterzeit lassen sich freilebende Hasen oft blicken.


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An seinen langen Ohren ist der Feldhase gut zu erkennen. Foto: © Deutsche Wildtier Stiftung/T. Martin

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März 2015

Wildkaninchen, Feldhase, Fuchs, Steinmarder, Wildschwein und Waschbär: Immer mehr Wildtierarten leben in menschlichen Siedlungsräumen, erklärt Forstwirtin Geva Peerenboom von der Fakultät für Umwelt und natürliche Ressourcen der Universität Freiburg. Sie untersucht, wie sich Wildtiere in Wohnsiedlungen sowohl in großen Städten als auch kleinen Dörfern ansiedeln und überleben. „Anhand unserer Umfragedaten“, berichtet Peerenboom, „ist ersichtlich, dass Wildtiere in Siedlungsräumen zunehmen ein Thema ist, das die Bevölkerung bewegt.“ 

  • Hasen und Kaninchen lassen sich in der Osterzeit häufig blicken

Auch Hasen und Kaninchen leben vermehrt in Siedlungsräumen. Wildkaninchen, erklärt die Forstwirtin, sind vor allem in Städten der Rheineben in Baden-Württemberg regelmäßig anzutreffen, in Freiburg zum Beispiel im Dietenbachpark. Feldhasen sind in Siedlungsräumen zwar seltener zu sehen, aber eine große Population lebt zum Beispiel im Rosensteinpark in Stuttgart. Die Tiere profitieren von den Strukturen, die sie im Siedlungsraum vorfinden: In Parks haben sie einerseits große Rasenflächen zum Grasen, aber auch viele Versteckmöglichkeiten wie Hecken. „Siedlungsräume sind für Wildkaninchen sogar inzwischen ein besserer Lebensraum als die strukturarme Agrarlandschaft“, so Peerenboom. Pünktlich zum Osterfest lassen sich Kaninchen und Hasen besonders häufig blicken, da junge Pflanzentriebe im Frühjahr die Tiere zum Fressen hervorlocken: „In der Dämmerungszeit sind die Chancen am höchsten, sie zu beobachten.“

  • Nicht füttern: Wildtiere finden selbst Nahrung

Die Freiburger Forscherin weist darauf hin, dass die Tiere nicht bedrängt oder gestreichelt werden sollten. Auch vom Füttern rät sie dringend ab: „Es sind Wildtiere – und sie finden im Siedlungsbereich mehr als genug Nahrung.“ Wildtiere erweitern in Siedlungsräumen ihr Nahrungsspektrum. Während sich ein Fuchs in Wald und Feld häufig von Mäusen, Aas und Obst ernährt, machen im Siedlungsbereich anthropogene, also vom Mensch verursachte, Nahrungsquellen einen großen Teil seines Speiseplans aus: Essensreste vom Kompost, Katzenfutter von der Terrasse oder weggeworfene Schulbrote vom Pausenhof.

  • Ist der Osterhase ein Hase oder ein Kaninchen?

Wildkaninchen und Feldhasen sind nur weitläufig miteinander verwandt und einfach zu unterscheiden: Kaninchen leben in selbst gegrabenen Bauen, haben einen gedrungenen Körperbau und kürzere Ohren, sie rennen mit ihren kürzeren Beinen schnell ins nächste Gebüsch und treten meist in Gruppen auf. Feldhasen hingegen scharren sich kleine Mulden, sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger, größer und schwerer, und haben prägnante lange Ohren, die sogenannten Löffeln. Sie können dank ihrer langen Hinterbeine über weite Strecken schnell rennen. „Der Osterhase, wie wir ihn vor Augen haben“, fasst Peerenboom zusammen, „ist also tatsächlich ein Hase“.

 

 
 

 

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Dipl. Forstwirtin Geva Peerenboom ist Doktorandin am Lehrstuhl für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Fakultät für Umwelt und natürliche Ressourcen der Universität Freiburg. Sie forscht seit 2010 im Projekt „Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs“.  Im Rahmen des Projekts erarbeitet Peerenboom mit Kolleginnen und Kollegen der Universität Freiburg und dem Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz eine Internetplattform, auf der sich Bürgerinnen und Bürger über Wildtiere im Siedlungsraum informieren können.
 

 



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