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Urlaubsgefühl zum Arbeitsbeginn

Dienstliche Angelegenheiten im Privatleben nehmen zu: Eine Freiburger Psychologin gibt Tipps, um nach dem Urlaub nicht gleich im Stress zu versinken

Freiburg, 10.09.2015

Urlaubsgefühl zum Arbeitsbeginn

Innehalten am Schreibtisch und an das schönste Urlaubserlebnis denken. Foto: Sandra Meyndt

September 2015

Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails, fast jeder Fünfte muss dienstliche Angelegenheiten im Privatleben erledigen. Ideal ist es dann, sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub im beruflichen Alltag noch ein gewisses Maß an Entspannung zu erhalten. Dr. Nina Pauls, Psychologin an der Universität Freiburg erarbeitet in einem aktuellen Forschungsprojekt Spielregeln zum Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie hat vier Tipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um das angenehme Urlaubsgefühl mit an den Schreibtisch zu nehmen. 

Nicht alles auf einmal schaffen wollen
„Eine der größten Herausforderungen der modernen Zeit ist, dass Arbeit eigentlich nie aufhört. Den leeren Schreibtisch zum Feierabend gibt es in Zeiten von E-Mail und elektronischer Kommunikation kaum noch. Daher ist es besonders nach einer längeren Abwesenheit wichtig, zu akzeptieren: Man war eine Zeit lang weg und kann die aufgelaufenen Vorgänge nicht am ersten Arbeitstag bewältigen. Jede/r sollten sich genau überlegen, was an diesem Tag erledigt werden muss und was noch einige Zeit warten kann.“

Pausen machen und überlange Arbeitszeiten vermeiden
„Gerade wenn die Arbeitsmenge nach dem Urlaub groß ist, muss man an Erholungsphasen denken und diese auch einhalten. Die Mittagspause durchzuarbeiten oder direkt mit ein paar Überstunden wieder einzusteigen ist nicht zielführend. Um voll leistungsfähig zu sein, sind Pausen wichtig. Die Produktivität nimmt außerdem bei Überstunden eher ab als zu, Fehler häufen sich. Daher lieber die Arbeitszeit maß- und sinnvoll einsetzen.“

Aktive Erholung nach der Arbeit
„Beschäftigte, die viel am Schreibtisch arbeiten, sollten ihren Feierabend möglichst aktiv gestalten, besonders nach intensiven Arbeitstagen direkt nach dem Urlaub. So können sie die Arbeit hinter sich lassen und fühlen sich am nächsten Tag gut erholt. Wer grübelt und auch am Feierabend Arbeitsprobleme im Kopf herumwälzt, kommt keinen Schritt voran und ist am nächsten Tag erschöpfter. Für Büroarbeitsplätze gilt, nach Feierabend etwas draußen unternehmen, Sport treiben, einfach aktiv sein. Das schafft den nötigen Abstand zur Arbeit.“

Kurze Auszeiten am Arbeitsplatz
„Es ist wichtig, sich ein paar Minuten des Innehaltens zu gönnen, wenn es direkt stressig zugeht: Einfach mal die Augen schließen oder aus dem Fenster blicken und an ein angenehmes und schönes Urlaubserlebnis zurückdenken. Was hat man in einer bestimmten Situation gehört, was auf der Haut gespürt, was geschmeckt oder gesehen, welche Gefühle hatte man dabei? So kann das Urlaubsgefühl in den Alltag zurückgeholt werden.“

Ausführliche Informationen zum Forschungsprojekt „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“ finden sich in einer Pressemitteilung der Universität Freiburg.
  

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Dr. Nina Pauls

studierte Psychologie an der Universität Regensburg und der Universität Mannheim. Seit 2009 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Freiburg. 2013 wurde sie mit der Arbeit „Die Rolle von Flexibilitätsanforderungen und Beruflicher Selbstwirksamkeit für das Befinden von Beschäftigten“ promoviert. Pauls Forschungsschwerpunkte sind die psychische Gesundheit bei der Arbeit und die Anforderungen moderner Arbeitswelten. Zurzeit arbeitet sie an den Projekten „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“ und „RESILIRE – Altersübergreifendes Resilienzmanagement“

 


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