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Stille Nacht, traurige Nacht

Weihnachtslied der Arbeitbewegung: Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik besitzt Aufnahmen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Freiburg, 22.12.2015

Stille Nacht, traurige Nacht

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik beherbergt Aufnahmen von Varianten des Klassikers "Stille Nacht". Foto: Patrick Seeger

Dezember 2015

„Stille Nacht, heilige Nacht“ eroberte die Welt rasant: 1818 in Salzburg/Österreich entstanden, wurde das Lied schnell in vielen Ländern gesungen, gehört, illustriert und gedruckt. „Im Laufe der Zeit kamen Parodien des Weihnachtsklassikers auf, die zeigen, wie beliebt das Lied war und wie unterschiedlich es interpretiert werden konnte“, sagt Dr. Dr. Michael Fischer, Leiter des Zentrums für Populäre Kultur und Musik (ZPKM). Die Forschungseinrichtung der Universität Freiburg beherbergt Hunderte von Varianten des Klassikers, die im Laufe von 100 Jahren gesammelt wurden – von sozialkritischen Parodien über kriegspropagandistische Umdeutungen bis zu humoristischen Verballhornungen.

Früh dichtete die Arbeiterbewegung das Lied um. In Schellackplatten-Aufnahmen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts singt der Chor von Elend und Not:

Stille Nacht, heilige Nacht!
Ringsumher Lichterpracht!
In der Hütte nur Elend und Not;
kalt und öde, kein Licht und kein Brot,
schläft die Armut auf Stroh.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Drunten tief in dem Schacht
Wetter blitzen, in drückender Fron
gräbt der Bergmann um niedrigen Lohn
für die Reichen das Gold.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Henkersknecht hält die Wacht!
In dem Kerker gefesselt, geächt’t,
leidend schmachtend für Wahrheit und Recht
mutiger Kämpfer Schar.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Arbeitsvolk, aufgewacht!
Kämpfe mutig, verzage nur nicht
bis die Weihnacht der Menschheit anbricht,
bis die Freiheit ist da!

 

Audiovideo.png

 

 

Quelle: Schellackplatten-Aufnahme der Arbeiterbewegung aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Zentrum für Populäre Kultur und Musik. Sammlung Klaus-Jürgen Hohn.

Über weitere Parodien des Weihnachtsklassikers "Stille Nacht, heilige Nacht" berichtet Fischer in einer Pressemitteilung der Universität Freiburg. Weitere Informationen zum Forschenden und seine Kontaktdaten finden sich in der Expertendatenbank.

 

   

 

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