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Wasservorräte in Karstregionen

Nachwuchsgruppe erhält 1,4 Millionen Euro im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Freiburg, 07.07.2017

Wasservorräte in Karstregionen

Landwirtschaft im Karstgebiet am Yulong-Fluss im Autonomen Gebiet Guangxi/China. Foto: Ben Hodgson/Wikimedia Commons

Vom 1. August 2017 an wird eine neue Forschungsgruppe an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen unter der Leitung von Dr. Andreas Hartmann untersuchen, welche Wasservorräte in Karstregionen weltweit vorhanden sind und wie es möglich ist, eine dauerhafte Wasserversorgung in diesen Gebieten sicherzustellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben aus der Hydrologie in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 1,4 Millionen Euro aus dem Emmy-Noether-Programm.

Karst entsteht, wenn Karbonatgestein verwittert. Grundwasserreserven aus Karstregionen versorgen derzeit etwa ein Viertel der Weltbevölkerung mit Trinkwasser. Bislang jedoch gelingt es in globalen Modellrechnungen nicht, die Wassermengen, die dort gegenwärtig und zukünftig vorhanden sind, präzise zu bestimmen, da die Modelle die Besonderheiten hydrologischer Prozesse in Karstregionen nicht in ausreichendem Maß erfassen. Damit fehlen oft verlässliche Datengrundlagen für ein nachhaltiges und effizientes Wassermanagement.

Ziel der Forschungsgruppe ist, eine bessere Einschätzung zu ermöglichen, welche Wasserressourcen in Karstregionen weltweit vorhanden sind und herauszufinden, wo es in Zukunft zu Wassermangel kommen könnte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren durch Messprogramme in fünf Studiengebieten in Europa, den USA und Australien, welche hydrologischen Prozesse im Boden und im oberflächennahen Gestein ablaufen. Zudem untersuchen sie mit einer in den vergangenen Jahren entwickelten globalen Karstdatenbank, welchen Einfluss die Landschaft in diesen Gebieten – beispielsweise die Oberflächenformen oder die Vegetation – auf die Neubildung von Grundwasser haben. Auf der Basis ihrer Ergebnisse wollen sie die globalen Modellrechnungen zum Wasserangebot in Karstregionen verbessern. Die Gruppe kooperiert mit den Universitäten Victoria/Kanada, Bristol/England, Malaga/Spanien, New South Wales/Australien, dem Karlsruher Institut für Technologie und dem International Institute for Applied Systems Analysis in Österreich.

Artikel „Klare Zahlen für den Karst" in der Universitätszeitung uni'leben über Andreas Hartmanns Forschung

 

Kontakt:
Dr. Andreas Hartmann
Professur für Hydrologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3520
E-Mail: