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Die Wurzeln des Heldentums

Freiburger Archäologen haben die Fundamente heroischer Figuren und Bildnisse Alexander des Großen untersucht

Freiburg, 05.09.2016

Die Wurzeln des Heldentums

Alexandermosaik. Bild: von Magrippa in der Wikipedia auf Englisch - Übertragen aus en.wikipedia nach Commons durch Piero., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4532680

September 2016

Ein jugendliches, bartloses Gesicht und ein Haarwirbel, der wie bei einer Löwenmähne über der Stirn hochsteht: Diese zwei Merkmale sind typisch für Bildnisse von Alexander dem Großen. Die Bartlosigkeit betont seine jugendliche Stärke und die Erfolge, die er in seiner Jugendzeit verzeichnete. Die Mittelscheitel-Frisur mit lockig-welligem Haar und der sogenannten Anastolé, dem aufgeworfenen Wirbel, orientiert sich an der Darstellung von Göttern. „Mit Alexander dem Großen änderte sich die Stilisierungsweise von Herrschenden“, sagt der Freiburger Archäologe Dr. Martin Kovacs. „Die Art und Weise, wie sich Alexander inszenierte und wie er dargestellt wurde, hatte Konsequenzen für die Repräsentation seiner Nachfolger. Diese übernahmen Merkmale wie die Bartlosigkeit vielfach in ihren Bildnissen.“

Im Sonderforschungsbereich (SFB) 948 „Helden - Heroisierungen – Heroismen“ untersuchen Freiburger Forschende im Verbund der Geschichts-, Bild-, Literatur- und Sozialwissenschaften Helden- und Heldinnenfiguren von der griechischen Antike an. „Wir haben festgestellt, dass Helden viel mehr sind als Identifikationsfiguren, die etwas geleistet haben“, erläutert der Klassische Archäologe Prof. Dr. Ralf von den Hoff, Sprecher des SFB. „Helden polarisieren und tragen negative Seiten eines Konflikts ebenfalls in sich.“ In der zweiten Förderphase des SFB, die im Juli 2016 begonnen hat, richten die Forschenden ihren Blick verstärkt auf das 20. und 21. Jahrhundert sowie auf transkulturelle Zusammenhänge.


Webseite des SFB 948 „Helden - Heroisierungen – Heroismen“
www.sfb948.uni-freiburg.de

Webseite zum Teilprojekt „‚Imitatio Alexandri' Heroismen im Porträt, Herrscher- und Heldenbild der griechisch-römischen Antike“
www.sfb948.uni-freiburg.de/projekte/pbb/tpb1

 

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Dr. Martin Kovacs

Dr. Martin Tibor Kovacs ist seit September 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 948 "Helden – Heroisierungen – Heroismen" der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er hat von 2000 bis 2006 Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte in Göttingen und Köln studiert. 2011 wurde er in Göttingen promoviert. Seine Doktorarbeit behandelte das Thema „Kaiser, Senatoren und Gelehrte – Untersuchungen zum spätantiken männlichen Privatporträt“. 2011 und 2012 absolvierte er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Kovacs Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem antike Skulptur, Bildwissenschaften sowie die kulturgeschichtliche Bedeutung und mediale Qualität des griechisch-römischen Porträts.

 

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Ralf von den Hoff und seine Kontaktdaten finden sich in der Expertendatenbank.