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Wiedereinweihung der denkmalgeschützten Praetorius-Orgel in der Aula der Universität

Freiburg, 19.06.2001

Mit einem Festakt am Donnerstag, 28.06.2001, um 20 Uhr wird die Universität Freiburg den Abschluß der Restaurierungsarbeiten der historischen Praetorius-Orgel in der Aula feiern. Der Orgelmusikspezialist Jean-Claude Zehnder aus Basel wird die Orgel mit einem Konzertprogramm "Italienische und deutsche Orgelmusik des frühen 17. Jahrhunderts -
affetto versus numerus" zum Erklingen bringen.

Diese Feierstunde steht gleichzeitig im Rahmen des Symposiums "Musik jenseits der Grenzen der Sprache" sein, das durch das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität unter Leitung von Prof. Dr. Christian Berger vom 28. bis 30.06.2001 organisiert wird (s. separate Pressemitteilung).

Im Zuge der Renovierungsmaßnahmen der Aula konnte auch die
Praetorius-Orgel des Musikwissenschaftlichen Seminars restauriert werden. Das Instrument, in den 1950er Jahren als ein Studienobjekt der Musikwissenschaft gebaut, ist mittlerweile selbst Denkmal und steht seit letztem Jahr unter Denkmalschutz. Es wurde damals der Versuch unternommen, eine Orgel zu konzipieren, wie sie von dem Musiktheoretiker Michael Praetorius zu Beginn des 17. Jahrhunderts beschrieben worden ist. Abweichend vom Bau- und Klangideal der romantischen Orgel wurde eine Palette von Orgelregistern geschaffen, die sich an jenen frühbarocken Idealen orientierte. Die "mitteltönige" Stimmung des Instruments richtet sich auf Musik aus, die deutlich vor 1700 entstanden ist, als die Klangstrukturen von Tasteninstrumenten grundlegend umgestaltet wurden; unter den Zeugnissen dieser Umwälzung ist das "Wohltemperierte Klavier" von Johann Sebastian Bach eines der populärsten.

Die Orgel hatte in diesem experimentellen Anspruch bereits ein Vorgängerinstrument aus den 1920er Jahren, das ein Opfer des großen Bombenangriffs auf Freiburg im November 1944 wurde. Mit der Orgel wurde nach Ansicht von Experten ein Stück "Kulturgeschichte des Historismus" in einer Momentaufnahme festgehalten.

Mit dieser Feierstunde möchte das Musikwissenschaftliche Seminar das Bewusstsein in Universität und Stadt wieder auf die Existenz dieses einzigartigen Instruments lenken.


Kontakt:
Musikwissenschaftliches Seminar der Universität, 79085 Freiburg,
Tel. (0761) 203-3090, e-Mail: muwi@ruf.uni-freiburg.de

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