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Hörsaal Sanierung beendet: Verbesserung der Ausstattung im geisteswissenschaftlichen Zentrum der Universität

Freiburg, 08.10.2001

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im geisteswissenschaftlichen Zentrum der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität darf man sich freuen: Der Hörsaal 1199, mit 220 Plätzen einer der drei größten Säle im Kollegiengebäude I am Werthmannplatz, wurde umfassend saniert und steht damit wieder ab diesem Wintersemester für den Lehrbetrieb zur Verfügung. Fast drei Millionen Mark mußten investiert werden, um dem Raum nicht nur denkmalgerecht wiederaufzubauen, sondern auch mit einer modernen Hörsaaltechnik sowie einer wesentlich verbesserten Saalakkustik auszustatten. Notwendig wurde diese Maßname durch einen massiven Regenwassereinbruch an der südwestlichen Dachseite, der im letzten Jahr Teile der alten Deckenkonstruktion teilweise einstürzen ließ.

Im Rahmen einer kleinen

Einweihung

am Donnerstag, den 11. Oktober 2001, um 18.00 Uhr
im Hörsaal 1199, KG I, Werthmannplatz

wird der Rektor der Universität, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger, gemeinsam mit dem Chef des Freiburger Universitätsbauamts, dem Leitenden Baudirektor Eckard Bull, den Raum für den Lehrbetrieb freigeben.

Ich würde mich freuen, Sie zu diesem Termin begrüßen zu dürfen.



Dr. Thomas Nesseler
Kommunikation und Presse



Kollegiengebäude I, Hörsaal 1199, Sanierung und Modernisierung

Geschichte
1911:Einweihung KG I, Architekt: Prof. Hermann Billing. 1944:Zerstörung der gesamten stählernen Hörsaalkuppel und der Innenausstattung während des Bombenangriffs. 1947: Wiederaufbau mit einfachem Holzdachstuhl (Notdach) und ohne ansteigendem Gestühl. 1968 Bauliche "Verbesserungen" unter Mißachtung der Denkmaleigenschaft: Verstärkung des Dachstuhles mit Stahlbinder zur Aufnahme einer Deckenabhängung mit aufgelegter Mineralfaserdämmung, linear angeordnete Neonröhren als Saalbeleuchtung, Holzlamellen als Blendschutz zwischen den Neonröhren, Teppichfußboden, Einbau eines ansteigenden Gestühls. Im Jahr 2000 massiver Regenwassereinbruch an der südwestlichen Dachseite: Das eingetretene Wasser ließ die abgehängte Decke teilweise einstürzen. Folge: Vollsperrung des Hörsaales ab September 2000.

Sanierung
Das im Zuge des Wiederaufbaus errichtete Dach entsprach weder in seiner Konstruktion, noch in seiner Form der ursprünglichen Billing'schen Dachkuppel. Die zwischenzeitlich entstandenen gravierenden Schäden an Dachdeckung und Konstruktion waren Anlass, über einen denkmalgerechten Wiederaufbau des historischen Kuppeldaches mit Kupferdeckung nachzudenken. Zusammen mit dem Hörsaal 1010 (ehemaliges Audimax) und. der Aula gehört der HS 1199 mit 220 Plätzen zu den drei größten Sälen im KG I, die allesamt in ein mit der Universität abgestimmtes "Hörsaalsanierungsprogramm" eingebunden sind. Aufgrund der plötzlich aufgetretenen Bauschäden und der damit zusammenhängenden Sperrung für die Öffentlichkeit mußte die ohnehin vorgesehene Sanierung und Modernisierung des HS 1199 nun zeitlich vorgezogen werden.

Von kleinen Ausbesserungen im Bauunterhalt abgesehen, befand sich der wenig einfühlsame Ausbau des 1199 auf dem Stand der späten 60er Jahre. Täglicher Lehrbetrieb über einen mehr als dreißigjährigen Zeitraum haben zudem der Ausstattung (Hörsaalgestühl, Teppichboden, Wandbeläge) entsprechend zugesetzt, so daß der vorherige Zustand mit Recht als abgewohnt bis verwahrlost zu bezeichnen war. Modernste Hörsaaltechnik (Projektionsmöglichkeiten und Steuerung, Medienausstattung) ist jetzt in einer eigens geschaffenen Medienwand geschickt integriert. Die unwirtschaftliche Saalbeleuchtung, wurde durch eine Reihe energiesparender Deckenfluter und einem indirekten Lichtband ersetzt. Versteckte Absorber und Resonatoren, sowie mikroperforiertes Fensterglas gewähren nun eine optimale Saalakustik. Wie in der ursprünglichen Hörsaalversion von 1911 ist der Bodenbelag nun komplett in Eiche-Stabparkett ausgeführt, die Wände sind mit Marmor verkleidet. Die beiden zweiflügeligen Eingangstüren sind originalgetreu nachgebaut worden. Ein neues Hörsaalgestühl wurde auf einer neuen ansteigenden, dem historischen Zustand entsprechenden Unterkonstruktion montiert. Die einsturzgefährdete abgehängte Decke ist durch eine zweifach gewölbte Naßputzdecke mit Kassettierung nach historischem Vorbild ersetzt worden. Die mechanische Lüftung wurde verbessert, die Führung der Abluft erfolgt zukünftig unsichtbar am Übergang Wand-Decke, die Frischluft wird in den Stufen des ansteigenden Gestühls geführt.

Die bauphysikalisch und konstruktiv mangelhafte alte Schieferdeckung wurde zusammen mit der Unterkonstruktion komplett abgenommen und durch zentrisch auf den Kuppelhochpunkt zulaufende Kupferbahnen mit Doppelstehfälzen ersetzt. Die Kuppelkonstruktion besteht aus 64 gebogenen Leimholzspanten, und erhielt in verschiedenen Höhen kreisringförmige Stahlpfetten. Für diese Dachkonstruktion mußte zur Aussteifung ein neuer Stahlbetonringanker gesetzt werden. Obwohl der Hörsaal bis auf seine tragenden Sandstein-Außenwände vollständig entkernt werden mußte, nahmen Planung , Finanzierung und die Baudurchführung weniger als ein Jahr in Anspruch.

Projektleitung: Universitätsbauamt Freiburg
Planung & Ausführung: Architektenbüro Schäfer/Theissen/Kaelble, Freiburg