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Feierliche Eröffnung des Akademischen Jahres 2001/02:

Rektor Jäger plädiert für höheren Stellenwert der Lehre

Freiburg, 17.10.2001

Preise für Nachwuchswissenschaftler in Höhe von 277400 DM vergeben


Bei der feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 2001/02 in der Aula der Universität hat Universitätsrektor Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger heute in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die Forderung nach einem höheren Stellenwert der Lehre in den Mittelpunkt seiner hochschulpolitischen Rede gestellt. Weitere Themenschwerpunkte waren die Internationalisierung und die Corporate Identity der Universität Freiburg. Bei dem Festakt konnte die Universität Preise an eigene Nachwuchswissenschaftler in Höhe von 277400 DM vergeben.

Der Freiburger Rektor betonte in seiner Rede, dass sich die Albert-Ludwigs-Universität als "Global Player" und nicht als rein regional orientierte Universität verstehe. Dementsprechend habe die Internationalisierung auf allen Ebenen einen hohen Stellenwert. Gerade nach den furchtbaren Ereignissen der letzten Wochen werde die Universität Freiburg an ihrer Zielrichtung festhalten und weiterhin auf Toleranz und Weltoffenheit als Eckwerte einer freien Wissenschaft setzen.

Jäger sah sich in seinen Anstrengen zur Internationalisierung der Universität Freiburg durch den Boom der Studierendenzahlen bei den ausländischen Studierenden bestätigt. Erneut hätten sich wieder mehr ausländische Studierende eingeschrieben. Mit einem Anteil von 16% der ausländischen Studierenden an der Gesamtzahl der Studie-renden habe man eine neue Rekordmarke gesetzt.

In seiner Rede hielt Jäger ein Plädoyer für den Stellenwert der Lehre. "Jeglicher Neuanfang der Universität in der Vergangenheit und heute ", betonte Jäger, " geht von der Lehre aus." Jäger zitierte Heidegger, wonach man die Lehre als Erziehung zur Lösung der sich der Menschheit stellenden Probleme auf dem Fundament der Wissen-schaft begreifen müsse.

Der Freiburger Rektor verwies dabei auf die Rolle der Biowissenschaften, die heute die Philosophie als Leitdisziplin für die Idee der Universitas ablösen könnten. "Die Biowissenschaften müssen sich zu Lebenswissenschaften ausweiten, die sowohl naturwissenschaftlich als auch rechts- und sozialwissenschaftlich, historisch-anthropologisch und pilosophisch-ehisch definiert werden. Ähnliche Gedanken können für die Kommunikationstechnologien, die "Gender Studies" und andere Fachgebiete entwickelt werden", meinte Jäger, der gleichzeitig eine Reform des Studieninhaltes forderte.

Für die Freiburger Universität sei es dabei existentiell, die Vielfalt des Fächerkanons zu erhalten: "Wer die Hand an die Fächervielfalt der Universitäten legt, zerstört dauerhaft den Humus, auf dem künftige Spitzenforschung und orientierende Lehre gedeihen können", be-tonte der Freiburger Rektor.

Unter diesem Gesichtspunkt arbeite die Freiburger Universität an einer Reorganisation ihrer Fakultäten. Eine Fakultät, so Jäger, müsse durch ihre Struktur intern und extern konfliktfähig sein, um sinnvoll und erfolgreich an der Auseinandersetzung im Kontext der Gesamtuniversität teilnehmen zu können. Dies bilde auch die Basis für ihre Schlagkraft und Corporate Identity, die "symbolhaft vermittelt wird und die Universität in die Lage versetzt, nach außen geschlossen auftreten und erfolgreich zu agieren".

Ergänzt würden diese neue Fakultätsstrukturen durch beweglichere, `leichtfüßigere´ Strukturen wie Zentren, Sonderforschungsbereiche und Arbeitsgruppen. Zukünftig werde es für den Erfolg der Freiburger Universität entscheidend sein, inwieweit es gelinge, das Potential einer klassischen Universität mit ihrer Fächervielfalt und forschungsorientierten, interdisziplinär angelegten Lehre in die Waagschale zu werfen.

"Nur diese Universitas gemeinsamer Interessen und Ideen", so Jäger abschließend, " befähigt uns, den Wettbewerb auf dem globalen Bildungsmarkt erfolgreich zu bestehen".



Die komplette Rede des Rektors finden Sie im Internet:
http://www.uni-freiburg.de/universitaet/aktuell.main.html
unter: Aktuelle Mitteilungen