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Kompetenzzentrum für Südosteuropa-Fragen

Südosteuropa-Gesellschaft gründet Zweigstelle am Historischen Seminar der Universität

Freiburg, 09.11.2001

Eine neue Zweigstelle eröffnet die Südosteuropa-Gesellschaft mit Hauptsitz in München in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am Freitag, den 9. November 2001, um 18.00 Uhr, im ehemaligen Senatssaal der Universität, Wilhelmstraße 26. Ziel der Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte, den Professor Dr. Monika Glettler am Historischen Seminar der Universität inne hat, ist die Intensivierung des wissenschaftlichen Austausches im Bereich der Südosteuropa-Forschung über den Freiburger Rahmen hinaus. Mit ihren vielfältigen Aktivitäten wie Hochschulwochen, Stipendien und Publikationsmöglichkeiten wird die Gesellschaft einen wesentlichen Impuls für Südosteuropa-Themen an der Freiburger Alma Mater setzen und darüber hinaus den Kontakt zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft fördern.

Die unabhängige und überparteiliche Südosteuropa-Gesellschaft (SOG) ist als wissenschaftliche Mittlerorganisation eine zentrale Einrichtung im Bereich der Südosteuropa-Forschung in Deutschland. Sie gehört seit ihrer Gründung 1952 zu den wichtigen Trägern der deutschen auswärtigen Kulturpolitik. Ihre Aufgabe ist es, die wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und den südosteuropäischen Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Türkei, Ungarn und Zypern zu fördern sowie die Kenntnisse über die historischen und gegenwärtigen Entwicklungen in Südosteuropa zu vertiefen. Die Südosteuropa-Gesellschaft regt den Ausbau sowie die Intensivierung der Südosteuropa-Forschung an und stellt Kontakte zwischen Deutschen und Südosteuropäischen Wissenschaftlern sowie Experten aus Politik, Wirtschaft und Medien her. Sie vermittelt und interpretiert Kenntnisse und Erfahrungen, die für die Handels- und Kooperationsbeziehungen von Bedeutung sind. Zu diesem Zweck veranstaltet die Gesellschaft internationale Konferenzen, wissenschaftliche Symposien, Fachtagungen, Seminare und Vorträge. Außerdem fördert die SOG den wissenschaftlichen Nachwuchs sowohl in den südosteuropäischen Ländern als auch in der Bundesrepublik Deutschland, beispielsweise durch die Förderpreise für hervorragende Leistungen in der Südosteuropa-Forschung.

Die Gesellschaft veröffentlicht kontinuierlich, etwa in ihren Schriftenreihen, Forschungsergebnisse über die wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Heute verfügt die SOG über ein Netz von Zweigstellen an den wichtigsten Universitätsorten in der Bundesrepublik. Die Zweigstellen bieten vor Ort ein aktuelles Vortragsprogramm zu südosteuropäischen Themen an, zudem dienen die Zweigstellen als Informations- und Vermittlungszentren der Gesellschaft.

Am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte von Professor Dr. Monika Glettler am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität stellt die Beschäftigung mit dem südosteuropäischen Raum sowohl in der Forschung als auch in der Lehre einen besonderen Schwerpunkt dar. Neben Lehrveranstaltungen und laufenden Dissertationsprojekten zur Geschichte Ungarns, Kroatiens und der Tschechoslowakei kann man vor allem auf einen sog. Balkan-Kurs hinweisen: In Zusammenarbeit mit dem Seminar für Alte Geschichte und dem Colloquium Politicum hat das Historische Seminar im Frühjahr 2000 erstmals eine mehrwöchige Lehrveranstaltung konzipiert, um einen umfassenden Überblick über die Grundzüge der Geschichte Südosteuropas zu vermitteln. Wegen der großen Teilnehmerzahl und dem sehr erfolgreichen Verlauf ist eine Wiederholung für das nächste Jahr geplant.

Ferner ist der Lehrstuhl von Professor Glettler im Rahmen des Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) "Identitäten und Alteritäten" an der Freiburger Universität an zwei Teilprojekten beteiligt. Das erste Teilprojekt (1997-1999) trug den Titel "Staatsgrenze und Identität in Ostmitteleuropa 1918-1938" und untersuchte an ausgewählten Beispielen ungarisch-slowakischer und burgenländisch-westungarischer Grenzorte die Frage, wie sich - infolge der Friedensschlüsse von 1919/20 die individuellen und kollektiven Einstellungen der Bevölkerung zur eigenen bzw. auch zur Fremdgruppe verändert und gegenseitig beeinflußt haben, d. h. es ging um ethnische und nationale Selbst- und Fremdbilder.

Ein zweites Teilprojekt - zusammen mit Professor Hans-Joachim Gehrke vom Seminar für Alte Geschichte - gilt dem Thema "Nation-building-Prozesse und ethnisch-nationaler Gegensatz in Südosteuropa" mit Schwerpunkt Makedonien.

An der feierlichen Eröffnung der SOG-Zweigstelle am Historischen Seminar der Universität, die am Freitag, den 9. November 2001, um 18.00 Uhr im ehemaligen Senatsaal der Universität, Wilhelmstraße 26 stattfindet, werden u.a. auch der Präsident der Südosteuropa-Gesellschaft, der Freiburger Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Gernot Erler, MdB, sowie der Prorektor der Albert-Ludwigs-Universität, Professor Dr. Gerhard Oesten, teilnehmen. Den Festvortrag wird Professor Dr. Edgar Hösch vom Südost-Institut, München, zum Thema "Deutschland, Europa und der Balkan" halten.


Kontakt:
Prof. Dr. Monika Glettler
Albert-Ludwigs-Universität
Historisches Seminar
Werthmannplatz
79085 Freiburg
Tel. 0761/203-3435
Fax 0761/203-9190
glettler@ruf.uni-freiburg.de

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