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Freiburger Slavist erhält das Bundesverdienstkreuz

Professor Dr. Antonin Mestan vom Slavischen Seminar wird ausgezeichnet

Freiburg, 14.12.2001

SPERRFRIST, 20.12.2001, 16.15 Uhr!

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Donnerstag, den 20. Dezember 2001, wird der Freiburger Slavist, Professor Dr. Antonin Mestan mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

In Anwesenheit von Universitätsrektor Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger wird Staatssekretär Michael Sieber, MDL, vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg den vom Bundespräsidenten verliehenen Orden im Rahmen eines Festaktes um 16.15 Uhr im Haus Zur Lieben Hand, Löwenstraße 16, überreichen. Professor Mestan wird damit für seine wissenschaftlichen Leistungen sowie sein Engagement für den deutsch-tschechischen Kulturaustausch geehrt.

Ich würde mich freuen, Sie zu diesen Terminen begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen


Dr. Thomas Nesseler
Kommunikation und Presse



Informationen zum Lebenslauf von Professor Dr. Antonin Mestan:


Der international angesehene Slavist Professor Dr. Antonin Mestan, Jahrgang 1930, ist in Prag geboren. Er studierte zwischen 1949 und 1953 an der dortigen Karls-Universität Slavistik und war danach bis 1966 wissenschaftlicher Mitarbeiter des traditionsreichen "Slavischen Instituts" der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften. Als Schüler des renommierten Komparatisten Karel Krejci befaßte er sich dabei insbesondere mit den tschechischpolnischen Kulturbeziehungen, denen auch seine Habilitationsschrift über "Polen in der tschechischen Literatur des 16. Jahrhunderts" (1959) galt.

1966 als Lektor für Polnisch und Tschechisch an das Slavische Seminar der Albert-Ludwigs-Universität gekommen, veranlaßte ihn die Unterdrückung des "Prager Frühlings" zum Verbleib in Freiburg, wo er nach seiner Umhabilitierung im Jahre 1969 zunächst als Dozent und schließlich von 1974 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1995 als Professor für Slavistik eine breit gefächerte Lehr- und Forschungstätigkeit entfaltete. Hierbei wandte er sich zunehmend der neueren tschechischen Literatur zu, woraus seine weithin beachtete "Geschichte der tschechischen Literatur im 19. und 20. Jahrhundert (1984; in tschechischer Übersetzung 1987) erwuchs, und den deutsch-tschechischen Literaturkontakten, wovon etwa seine umfangreiche kommentierte Anthologie "Deutsche Muse tschechischer Autoren" (1989) zeugt. Und darüber hinaus machte er sich bald einen Namen als einer der bedeutendsten Literatur- und Kulturkritiker in den Reihen der tschechischen kulturellen Emigration.

Sein vielfältiges wissenschaftliches Engagement fand längst auch die gebührende internationale Anerkennung. Als führendes Mitglied etlicher deutscher wie tschechischer gelehrter bohemistischer Gesellschaften sowie der tschechischen Sektion des PEN-Klubs, und als Träger deutscher, polnischer und tschechischer wissenschaftlicher und kultureller Auszeichnungen ist er ein gesuchter Gesprächspartner für Bereiche der deutsch-slawischen Komparatistik. Dies würdigte denn auch nach der "samtenen Revolution" von 1989 die Tschechische Republik, indem sie ihn 1992 zum Direktor des "Slawischen Instituts" ernannte. In dieser Funktion, die er bis 1998 ausübte, rief er auch die schon in der Zwischenkriegszeit sehr geachtete, der deutsch-slawischen kulturellen Wechselseitigkeit gewidmete und bis heute von ihm herausgegebene Zeitschrift "Germanoslavica" wieder ins Leben. Obgleich er inzwischen keine offiziellen Ämter mehr in universitären Einrichtungen bekleidet, ist er weiterhin wissenschaftlich äußerst aktiv, wie nicht zuletzt zahlreiche Beiträge der letzten Jahre zu den Kulturbeziehungen zwischen Tschechien, Polen und Deutschland in internationalen Sammelpublikationen belegen.