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Wolfgang Reinhard geht in den Ruhestand

Freiburg, 12.07.2002

Mit dem Ende des Sommersemesters 2002 legt Wolfgang Reinhard, Inhaber der Professur für Neuere Geschichte, sein Hochschullehramt nieder. Der durch bahnbrechende Forschungen sowohl auf dem Gebiet der Geschichte des frühneuzeitlichen Europa als auch der Außereuropäischen Geschichte international bekannte Historiker wurde 1937 in Pforzheim geboren. Er studierte nach dem Schulbesuch in seiner Heimatstadt sowie Freiburg Geschichte, Englisch und Geographie. Auf das Lehramtsexamen folgte bald die Promotion über ein Thema der französischen Frühneuzeit. Vorübergehend im Schuldienst tätig, dann auf der Grundlage eines Stipendiums, schloß sich 1973 die Habilitation zur frühneuzeitlichen Papstgeschichte an. 1977 erhielt er den neu errichteten Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der ebenfalls neuen Universität Augsburg. Nach einer Gastprofessur 1985/86 bot ihm die Emory University in Atlanta/Georgia unter besten Bedingungen einen Lehrstuhl an, den er aber ablehnte. 1990 folgte der Ruf nach Freiburg. Mit Reinhards Namen sind insbesondere die Ersetzung des kulturkämpferischen Epochenbegriffs "Gegenreformation" durch "Konfessionalisierung", die Einführung der Analyse sozialer Verflechtung als zentrales Feld der Frühneuzeitforschung im Allgemeinen und der Elitengeschichte im Besonderen sowie eine grundlegende Neuinterpretation der Geschichte der Europäischen Expansion verbunden. Für seine "Geschichte der Staatsgewalt" (1999) wurde ihm 2001 der Deutsche Historikerpreis verliehen. Er ist Mitglied verschiedener, hoch renommierter deutscher und außerdeutscher wissenschaftlicher Gesellschaften.

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